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20.11.2013

16:54 Uhr

Energiewende

Meereswindpark-Pionier Bard stellt Betrieb ein

Die Krise in der Offshore-Industrie geht weiter: Die Bard-Gruppe stellt ihren Betrieb ein. Das Pionierprojekt des größten deutschen Meereswindparks Bard Offshore 1 übernimmt eine neue Gesellschaft.

Windenergie auf hoher See. Offshore-Pionier Bard will 250 Beschäftigten kündigen. dpa

Windenergie auf hoher See. Offshore-Pionier Bard will 250 Beschäftigten kündigen.

Bremen/ EmdenDer angeschlagene Offshore-Pionier Bard stellt den Betrieb ein. Wegen fehlender Aufträge will die Unternehmensgruppe (Emden/Bremen) im Januar 250 Beschäftigten kündigen. Weitere 300 Mitarbeiter sollen von der neuen Gesellschaft Offshore Wind Solutions (OWS) im ostfriesischen Emden übernommen werden, wie Bard am Mittwoch mitteilte. Die Neugründung OWS solle Betrieb und Service des größten deutschen Offshore-Windparks Bard Offshore 1 sowie Schiffe und Gebäude der Bard-Gruppe übernehmen. Als Offshore-Windenergie bezeichnet man Windenergie auf hoher See.

Das Projekt mit 80 Anlagen rund 100 Kilometer nördlich von Borkum war Ende August eröffnet worden. Die Leistung von 400 Megawatt entspricht rechnerisch dem Jahresstrombedarf von mehr als 400 000 Haushalten. Mit weit über zwei Milliarden Euro Investitionskosten wurde er jedoch deutlich teurer als geplant. Bard hatte zudem mit technischen Schwierigkeiten beim Bau und mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Die Eröffnung wurde um mehrere Jahre verschoben.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Zuletzt hatte das Unternehmen gut 800 Millionen Euro Schulden in der Bilanz. Die Suche nach Investoren blieb erfolglos. Mit dem Stocken der Energiewende hatte Bard wegen fehlender Anschlussaufträge bereits im Sommer 2012 Teilverkäufe von Unternehmensteilen angekündigt. Danach wurde die Rotorblattfertigung eingestellt. Im Juni kam dort auch die Herstellung von Maschinenhäusern für Offshore-Windkraftanlagen zum Erliegen. In Cuxhaven wurde zudem die Produktion von Stahlkonstruktionen für Offshore-Windparks geschlossen.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

20.11.2013, 17:13 Uhr

Schön, dass der Artikel das wichtige Wort "rechnerisch" bei der Anzahl der zu versorgenden Haushalten enthält. (Auch) Offshore-Wind lässt sich nämlich nicht nach dem schwankenden Verbrauch der Haushalte anpassen.

Schmunzeln musste ich bei "Bard hatte zudem mit technischen Schwierigkeiten beim Bau und mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Die Eröffnung wurde um mehrere Jahre verschoben."

Das klingt wie mehrere Jahre schlechtes Wetter.... Ist aber sogar wahr! Offshore Windparks machen genau wegen der unwirtlichen Bedingungen auf See keinen Sinn.

Joerg_Duerre

20.11.2013, 17:39 Uhr

5000 Euro pro kW für Windkraft!
Zum Vergleich: Photovoltaik als Importmodul ab 290 Euro.

Für das schöne Geld könnte reichlich Heizöl und Gas über den Einsatz von Geothermie ersetzt werden - Wärmegrundlast mit etwas Grundlaststrom!

Unsere Möchtegernregenten ignorieren die einzig sichere Atomkraft aus der Tiefe geflissentlich.

HORSTFINCK

20.11.2013, 18:36 Uhr

Das Wort "Energiewende" kann ich wirklich schon nicht mehr hören, ist es doch der semantische Beweis dafür, dass es in Deutschland etwas nicht gibt, das sogar für viele Entwicklungsländer selbstverständlich ist: Eine langfristige Energieplanung, die alle technischen Optionen einschließt - auch Energieeinsparung - und es so ermöglicht die langfristigen Erzeugungskosten für Elektrizität auf dem geringst möglichen Kostenniveau zu halten. Da eine solche verbindliche Planung fehlt, führen heute Leute das große Wort, die wahrscheinlich nicht mal den Unterschied zwischen kW und kWh erklären könnten. Versteht es endlich: der Energiesektor ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und darf kein Spielwiese für Zauberlehrlinge werden.

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