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22.11.2012

03:49 Uhr

Energiewende

Stromkonzerne knöpfen Bürgern zu viel Geld ab

Mit den Kosten der Energiewende haben Stromanbieter Preiserhöhungen begründet. Doch Verbraucherschützer rechnen vor, dass in den Haushalten dabei 2,1 Milliarden Euro zu viel abkassiert werden.

Laut Verbraucherschützern setzen die Stromkonzerne die Kosten der Energiewende zu hoch an. dpa

Laut Verbraucherschützern setzen die Stromkonzerne die Kosten der Energiewende zu hoch an.

BerlinMit den für das kommende Jahr angekündigten Strompreiserhöhungen verlangen die Energiekonzerne nach Angaben von Verbraucherschützern 2,1 Milliarden Euro zu viel von ihren Kunden.

Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Berechnungen des Bundes der Energieverbraucher schreibt, dürften die Strompreise aufgrund der staatlich veranschlagen Mehrkosten durch die Energiewende nur um sechs Prozent statt wie im Durchschnitt angekündigt um zwölf Prozent steigen.

Aribert Peters, Chef des Bundes der Energieverbraucher, sagte der Zeitung: „Die Konzerne reden sich mit den Mehrkosten durch die Energiewende raus. Gerechtfertigt wären aber nur sechs statt der unverschämten zwölf Prozent Preisaufschlag. Die Stromkunden werden dreist mit 2,1 Milliarden Euro abkassiert.“

So funktioniert der Stromanbieterwechsel

Vertrag prüfen

Zuerst sollten Verbraucher in ihrem laufenden Vertrag prüfen, zu welchem Zeitpunkt sie diesen kündigen können.

Stromverbrauch ermitteln

In der letzten Jahresabrechnung können Kunden ihren jährlichen Stromverbrauch ablesen.

Preise vergleichen

In Vergleichsrechnern wie Verivox und Check24 können Nutzer ihren jährlichen Stromverbrauch und ihre Postleitzahl eingeben. Der Rechner ermittelt dann die günstigsten Preise. Verbraucherschützer empfehlen zudem, mehrere Rechner für die Tarifsuche zu nutzen.

Vertragsunterlagen anfordern

Direkt über den Tarifrechner oder über die Website des Versorgers können Kunden die Vertragsunterlagen anfordern.

Unterlagen prüfen

Die Vertragsunterlagen sollten Verbraucher sorgfältig prüfen und anschließend an den neuen Versorger zurücksenden. Oder sie schließen den Vertrag per E-Mail oder im Internet ab.

Vollmacht zur Kündigung

Mit den Vertragsunterlagen kann der Kunde seinem neuen Versorger auch eine Vollmacht zur Kündigung des Liefervertrags mit dem bisherigen Versorger geben.

Neuer Versorger wird tätig

Der neue Versorger regelt mit dem bisherigen den notwendigen Datenaustausch und organisiert gegebenenfalls auch mit dem Netzbetreiber die Zählerablesung, und meldet den Verbraucher dort als seinen Kunden an.

Schriftliche Bestätigung

Vom neuen Anbieter bekommt der Kunde schriftlich oder per E-Mail eine Bestätigung über Vertragsabschluss und Lieferbeginn. Verbraucherschützer raten jedoch, den Zählerstand am Wechseltag selbst zu notieren und an ihren örtlichen Netzbetreiber zu schicken.

Post vom alten Versorger

Der bisherige Versorger schickt dem Verbraucher eine Schlussrechnung über den bis zum Wechselzeitpunkt angefallenen Verbrauch. In der Regel kommt diese Rechnung innerhalb von vier bis sechs Wochen.

Wie Peters in dem Blatt vorrechnete, verursachten zwölf Prozent Preiserhöhung für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden Strom Mehrkosten von 140 Euro. Nur die Hälfte davon sei mit den Kosten der Energiewende zu erklären. Bei 30 Millionen betroffenen Haushalten, ergeben sich den Berechnungen zufolge ungerechtfertigte Preiserhöhungen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro.

Auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat die geplanten Strompreiserhöhungen in Deutschland um durchschnittlich rund zwölf Prozent als teilweise ungerechtfertigt kritisiert. „Viele Stromversorger liegen mit ihrer Erhöhung deutlich über der Erhöhung der Erneuerbare-Energien-Umlage“, sagte Altmaier der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

„Das ist schwer zu verstehen, weil die Börsenstrompreise seit dem letzten Jahr auf breiter Front gesunken sind“, betonte der Minister mit Blick auf die Einkaufspreise, die dank mehr Wind- und Solarstrom zum Teil deutlich gesunken sind. Etwa drei Viertel der Stromkunden müssen vom kommenden Jahr an tiefer in die Tasche greifen - rund 600 Versorger wollen die Preise erhöhen.

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Die Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel müssen sich Kunden nicht gefallen lassen.

Grünen-Energieexpertin Bärbel Höhn kritisiert die Bundesnetzagentur als zuständige Behörde für die Bewilligung diverser Firmenbefreiungen vom Netzentgelt. Durch die Befreiung großer Firmen von den Netzentgelten entfielen auf private Haushalte Mehrkosten von 800 Millionen Euro im nächsten Jahr.

Kommentare (22)

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22.11.2012, 06:36 Uhr

„Das ist schwer zu verstehen, weil die Börsenstrompreise seit dem letzten Jahr auf breiter Front gesunken sind“, betonte der Minister mit Blick auf die Einkaufspreise, die dank mehr Wind- und Solarstrom zum Teil deutlich gesunken sind."

Herr Altmaier, was ist daran schwer zu verstehen? So Etwas nennt man Gewinnmaximierung.

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22.11.2012, 06:36 Uhr

Sowas aber auch,wer hätte das von unseren Stromversorgern gedacht,dass sie das monatelange Gejammer über die EEG bedingten Strompreiserhöhungen nutzen,um nochmal selbst beherzt zuzugreifen.Wenn schon denn schon!Die Leute wußten ja,daß da was auf sie zukommt und wieviel wofür ist,da blickt eh keiner mehr durch.Also gleich selbst noch was gut gemacht und schön auf die bösen Erneuerbaren zeigen,die die "guten alten Zeiten" beendet haben.Tja,Rache ist süß.

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22.11.2012, 07:32 Uhr

was für ein Vollquatsch... mir geht dieses unqualifizierte gelaber der sog. Experten langsam echt auf die Nerven. Da wird Spot- mit Terminmarkt durcheinander gewirbelt - man macht nur Momentaufnahmen und hat keine Ahnung vom Stromhandel oder Energiewirtschaft, aber hauptsache die Luft scheppert! Nicht nur die EEG ist gestiegen, auch KWK, §19-NEV-Umlage und eine neue Off-shore-Umlage ist hinzugekommen... Schaffen wir einfach den Terminmarkt ab und versorgen alle Kunden über den Spotmarkt bzw. Regelenergie (ca. wie ne Tankstelle) und ein Monat später erfährt der Kunde dann was er zahlen muss.. wär bestimmt lustig. Jeder sollte sich mal ganze genau ansehen wie sich der Strompreis zusammensetzt. (EEG, KWK, §19-NEV, Off-Shore, Stromsteuer, MwSt. und Netzentgelte sind NICHT beeinflussbar)

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