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19.12.2012

16:16 Uhr

Energiewende

Vattenfall warnt vor Kostenexplosion

Die Energiewende produziert unnötige Kosten in Milliardenhöhe – so zumindest sieht es Vattenfall. Der Stromerzeuger will zudem seine Schadenersatzklagen gegen den Atomausstieg vorantreiben.

Den großen Versorgern machen bereits jetzt Überkapazitäten zu schaffen. dpa

Den großen Versorgern machen bereits jetzt Überkapazitäten zu schaffen.

BerlinDen Stromkunden in Deutschland drohen nach Einschätzung von Vattenfall im Zuge der Energiewende unnötige Kosten in Milliardenhöhe. Der von ihnen finanzierte Ausbau des Ökostroms führe dazu, dass überflüssige Anlagen gebaut würden, sagte der Deutschland-Chef des Konzerns, Tuomo Hatakka, in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Jahr 2020 würden in Deutschland wohl Erzeugungskapazitäten in einer Größenordnung von 220.000 Megawatt stehen. „Wir haben also 2020 Kapazitäten, die zweieinhalb Mal so hoch sind wie der Verbrauch.“ Mehr als 150.000 Megawatt seien nicht notwendig. Die unnötigen Investitionen in Anlagen mit 70.000 Megawatt würden nach seiner Schätzung rund 130/140 Milliarden Euro verschlingen. „Das kann sich Deutschland nicht leisten.“

Vattenfall ist hierzulande der drittgrößte Stromerzeuger nach RWE und E.ON. Den großen Versorgern machen bereits jetzt Überkapazitäten zu schaffen. Der Großhandelspreis für Strom liegt bei gut 45 Euro je Megawattstunde - der tiefste Preis seit März 2010. Hatakka räumte ein, dass der schwedische Konzern wegen der Großhandelspreise unter Druck stehe. Daran werde sich auch so schnell nichts ändern.

„Die Großhandelspreise werden die nächsten zwei, drei Jahre unter Druck bleiben.“ Davon haben die Haushaltskunden allerdings kaum etwas. Die Milliardenkosten für den Ökostromausbau machen den Endkundenpreis immer teurer.

Auch in einer am Mittwoch vorgestellten Bilanz der Bundesregierung zur Energiewende werden die steigenden Kosten für Industrie und Verbraucher als das Kernproblem bezeichnet. „Es ist wichtig, dass alle den Mut haben zu sagen, dass die Energiewende einen Preis hat“, stellte sich der 56-Jährige aber hinter das Generationenprojekt.

Kommentare (7)

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solala

19.12.2012, 17:22 Uhr

Die arme Vattenfall nagt am Hungertuch - wie E.ON, RWE und EnBw! Haben jahrzehntelang Milliarden verdient und nichts zurückgelegt!?! Den Atomausstieg wollen sie nun vom Steuerzahler bezahlt bekommen. Der Steuerzahler wird nur abgezockt - doppelt und dreifach. Bei den Strompreiserhöhungen sind die großen "4" ja auch nicht zimperlich und verlangen mehr vom Stromkunden als nötig wäre. Zum Teufel mit den großen "4". Jeder sollte sich so schnell wie möglich unabhängig von diesen Gaunern machen!

Joerg_Duerre

19.12.2012, 18:33 Uhr

Wir geben jedes Jahr allein für Importkohle fast 10 Milliarden Euro aus - wo ist das Problem, wenn wir 15 - 20 Jahre stattdessen in eine Infrastruktur investieren, die uns völlig unabhängig von Fossilien macht?
Gut, Vattenfall hat dann ein massives Problem mit dem Geschäftsmodell aber abgesehen davon?

Lutherschule

19.12.2012, 18:52 Uhr

Machtgeltung, Dummheit u. vertragswidriges Verhalten zeichen unsere von sich selbst überzeugte "erfolgbetonte" Kanzlerin aus.
Die Zeche zahlt jeder von uns, u. wegen der laufenden Prozesse, hat Schäuble mit Sicherheit keine Rücklagen gebildet. Weihnachtsgeschenke für das Volk ohne Ende!!

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