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12.08.2015

15:27 Uhr

Eon-Chef

Teyssen sucht Atom-Bündnis mit dem Staat

Eon-Chef Teyssen kritisiert Wirtschaftsminister Gabriel für sein Vorgehen gegen AKW-Betreiber. Für den Abriss der Atommeiler und die Atommüllentsorgung müsse die Regierung mit den Betreibern gemeinsam eine Lösung finden.

In der Politik wird gezweifelt, ob die Rückstellungen von Eon, RWE , EnBW und Vattenfall für Kosten für den Abriss der AKWs und die Lagerung ihres Mülls ausreichen. dpa

Eon-Konzernzentrale in Essen

In der Politik wird gezweifelt, ob die Rückstellungen von Eon, RWE , EnBW und Vattenfall für Kosten für den Abriss der AKWs und die Lagerung ihres Mülls ausreichen.

Düsseldorf/BerlinEon-Chef Johannes Teyssen hofft beim Abschied aus der Kernenergie und den milliardenschweren Folgekosten auf Hilfe durch den Staat. Es spreche viel dafür, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, appellierte der Manager am Mittwoch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen an die Bundesregierung. Zugleich kritisierte er Überlegungen des Wirtschaftsministeriums für eine Gesetzesänderung, durch die E.ON nach der geplanten Aufspaltung womöglich unbegrenzt für das abgestoßene Atomgeschäft mithaften müsste.

Bei der Bundesregierung fand Teyssen kein Gehör: Die Betreiber seien in der Pflicht, hieß es aus Berlin. Eon verzeichnete erneut einen Gewinneinbruch. Grund dafür waren Einbußen vor allem bei den Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken, die 2016 in einen neuen Konzern namens „Uniper“ aufgehen sollen.

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Zum Jahreswechsel spaltet sich Eon auf. Die Stromproduktion und der Großhandel werden in die neue Gesellschaft Uniper ausgegliedert. Doch noch reißen die Bereiche Löcher in die Quartalsbilanz des Energiekonzerns.

Teyssen begrüßte, dass die Regierung durch eine Kommission bis Ende November Vorschläge für das Vorgehen bei den AKW-Fragen machen wolle. „In diesem Prozess liegt die große Chance, nach dem Beschluss zum Ausstieg aus der Kernenergienutzung und nach einer Vielzahl von Fragen, nun auch eine gemeinsame Lösung für den Rückbau und die Entsorgung zu finden.“

Zu den Überlegungen gehören Modelle einer öffentlich-rechtlichen Stiftung oder eines Fonds. „Wir jedenfalls sind offen für Gespräche und für gemeinsame Lösungen.“ Teyssen kritisierte, dass Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bereits an einer Gesetzesänderung zu den Haftungsregeln der AKW-Betreiber arbeite. Dies passe nicht zu einem offenen Prozess. Die Regierung solle die Ergebnisse ihrer Kommission abwarten, bevor sie „ohne genaue Kenntnis der Sachlage“ Schlüsse ziehe.

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