Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.09.2016

16:29 Uhr

Eon-Chef Teyssen zum Börsenstart

Uniper drohen Probleme zum Börsenstart

Optimismus klingt anders: Eon-Chef Johannes Teyssen rechnet beim Börsenstart der Tochter Uniper mit beträchtlichen Kurskapriolen. Er hofft auf Anleger, die die „Situation in den ersten Tagen nutzen“.

Wenn die Eon-Tochter Uniper den Gang aufs Parkett wagt, sei mit Turbulenzen zu rechnen, so Eon-Chef Teyssen. dpa

Eon-Chef

Wenn die Eon-Tochter Uniper den Gang aufs Parkett wagt, sei mit Turbulenzen zu rechnen, so Eon-Chef Teyssen.

Essen, DüsseldorfEon-Chef Johannes Teyssen erwartet einen turbulenten Start der Kraftwerkstochter Uniper an der Börse. Viele Eon-Eigner würden die ihnen zugeteilte Uniper-Aktie so schnell wie möglich wieder abstoßen, sagte Teyssen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Wir werden am ersten Tag weiche Hände sehen, die Uniper rasch verkaufen, ganz klar.“ Investoren, die ausschließlich Dax-Werte halten, seien gezwungen, Uniper bis zum Ende des ersten Tages zu verkaufen. „Diese Reaktion wird es in beträchtlichem Ausmaß geben.“

Der Manager setzt darauf, dass andere Anleger „nur darauf warten, die Situation in den ersten Tagen zu nutzen“. Die abzuspaltenden Kraftwerke stehen mit zwölf Milliarden Euro in den Eon-Büchern, werden von Analysten aber deutlich geringer in ihrem Wert angesetzt. Bewertet die Börse Uniper zum Start Mitte September tatsächlich niedriger, muss Eon die Werte nach unten korrigieren: „Es kann durchaus sein, dass wir etwas abschreiben müssen“, sagte Teyssen der Zeitung.

Uniper soll Mitte September an die Börse gehen. In der Tochter hat der Energiekonzern Eon seine konventionellen Gas-, Wasser- und Kohlekra

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×