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06.12.2013

10:21 Uhr

Eon

Hoffnung für Kohlekraftwerk Datteln

Das Kohlekraftwerk in Datteln sollte eines der modernsten Kohlekraftwerke Europas werden. Doch nach Planungsfehlern, Bürgerprotest und Energiewende droht es, eine Investitionsruine zu werden. Nun kann Eon wieder hoffen.

Das im Bau befindliche neue Kohlekraftwerk 4 in Datteln im Februar 2012. Die Landesregierung gab am Freitag grünes Licht für die Fortführung des so genannten Zielabweichungsverfahrens. dpa

Das im Bau befindliche neue Kohlekraftwerk 4 in Datteln im Februar 2012. Die Landesregierung gab am Freitag grünes Licht für die Fortführung des so genannten Zielabweichungsverfahrens.

DüsseldorfDer Energiekonzern Eon kann sich neue Hoffnungen auf eine Inbetriebnahme seines umstrittenen Kohlekraftwerks im nordrhein-westfälischen Datteln machen. Die Landesregierung gab am Freitag grünes Licht für die Fortführung des so genannten Zielabweichungsverfahrens. Dies könnte Eon den Weg für eine Genehmigung der Milliarden-Investition ebnen. Ein genauer Zeitplan steht aber noch nicht fest. Zunächst müssen nun der Regionalverband Ruhr und die Stadt Datteln über die Änderungen beraten und den Bebauungsplan aufstellen. Letztlich könnte der Fall vor Gericht entschieden werden.

Eon hatte den Grundstein für das Kraftwerk Datteln 4 bereits 2007 gelegt. Im September 2009 hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster nach Bürgerprotesten und Planungsfehlern den Bebauungsplan für ungültig erklärt und die Bauarbeiten weitgehend gestoppt. Dem durch die Atomwende unter Druck geratenen größten deutschen Versorger wurde etwa vorgeworfen, die Anlage zu dicht an Wohngebieten hochgezogen zu haben. Bislang hat Eon bereit über eine Milliarde Euro in die Anlage investiert, die statt zu einem der modernsten Kohlekraftwerke in Europa auch zu einer Investitionsruine werden könnte.

Der Regionalverbund Ruhr - ein Zusammenschluss von elf kreisfreien Städten und vier Kreisen mit rund 5,2 Millionen Einwohnern im Ruhrgebiet - ist als Behörde für die Regionalplanung zuständig. Der Verbund hatte im Sommer beschlossen, das Verfahren bei der Landesplanungsbehörde voranzutreiben. Nun also ein erster Erfolg mit dem Votum der Landesregierung für eine geänderte Raumordnung. Früheren Angaben zufolge hofft Eon darauf, 2014 alle Genehmigungen vorliegen zu haben, um das Kraftwerk möglichst schnell fertigstellen zu können. Ein Eon-Sprecher begrüßte die Entscheidung der Landesregierung. Diese sei ein wichtiger Fortschritt zur Wiederherstellung der planerischen Voraussetzungen, sagte er.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

09.12.2013, 11:51 Uhr

Bauvorschriften hin oder her, wichtig ist, daß die Großaktionäre von EON gewinnen. Die berechtigten Sorgen der Anwohner bezüglich Gesundheit, Lebensqualität usw. werden ignoriert. Allerdings in NRW, einst Mitgliedstärktes Bundesland der SPD.
Nur weiter so, und letzte Genosse sagt "Tschüß". Verständlich.

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