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11.09.2015

20:31 Uhr

Eon

Moody's senkt Ausblick für Energiekonzern auf negativ

Eon steckt in der Krise – zu dem schwierigen Konzernumbau kommen allgemeine Geschäftsprobleme hinzu. Und die Lage dürfte nicht gerade einfacher werden: Dem Energiekonzern droht eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit.

Dem deutschen Energiekonzern droht eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit. dpa

Eon

Dem deutschen Energiekonzern droht eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit.

London/FrankfurtDem Energiekonzern Eon droht eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Die Ratingagentur Moody's senkte den Ausblick für das Dax-Unternehmen auf negativ von stabil. Die Experten begründeten den Schritt am Freitag damit, dass die Rheinländer unter dem Druck der Bundesregierung nun doch an ihren deutschen Atomkraftwerken festhalten und für deren milliardenschweren Abriss geradestehen müssen. Die Bonitätsnote lautet „Baa1“.

Die Risiken des ohnehin komplexen Konzernumbaus seien gestiegen, hieß es in der Studie. Zudem kämpfe Eon noch mit anderen Problemen – als Beispiele nannten die Analysten den gesunkenen Ölpreis und die anhaltend niedrigen Strom-Großhandelspreisen.

Das Atomgeschäft von Eon

Atomkraft ohne strategische Bedeutung

Für Eon ist die Kernenergie nach dem beschlossenen Atomausstieg kein strategisches Geschäftsfeld mehr. Der Anteil der Atomkraft an der gesamten Stromerzeugung des Konzerns betrage nur noch acht Prozent. Bei Preussen-Elektra sollen rund 2300 Mitarbeiter beschäftigt sein. Bei Eon verbleiben 43.000, bei Uniper knapp 14.000.

Preussen-Elektra

Eon will das Kernkraftgeschäft nun in Hannover in einer eigenen Einheit unter dem Namen „Preussen-Elektra“ führen. Unter dieser Marke hatte der Eon-Vorläufer Veba Atomkraftwerke betrieben. Die Firma werde die drei Eon-Meiler bis zum Ende ihrer Laufzeit betreiben und dann den Abriss und die Müllentsorgung regeln.

Brokdorf, Grohde und Isar 2 folgen

Eon betreibt noch drei Atomkraftwerke in Deutschland und hält an drei weiteren Minderheitsbeteiligungen. Die eigenen Meiler Brokdorf und Grohnde müssen 2021 vom Netz, der Reaktor Isar 2 wird 2022 stillgelegt.

Atomausstieg

Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 hat die Bundesregierung den Ausstieg aus der Kernenergie bis Ende 2022 beschlossen. Als einst größter AKW-Betreiber in Deutschland hat Eon bereits 2011 seine Meiler Unterweser in Niedersachsen und Isar 1 in Bayern stillgelegt. 2015 folgte das Kernkraftwerk im bayerischen Grafenrheinfeld.

Für das Unternehmen könnte die Refinanzierung durch solche Herunterstufungen teurer werden. Den Konzern drücken Schulden von knapp 32 Milliarden Euro.

Von

rtr

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