Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.07.2017

17:07 Uhr

Eon, RWE, EnBW, Vattenfall

Konzerne überweisen 24 Milliarden für Atommüll

Selbst für Deutschlands Atomkonzerne ist es eine gewaltige Summe: 24 Milliarden Euro haben sie an den deutschen Staat überwiesen. Dieser übernimmt damit ab sofort die Verantwortung für die Endlagerung des Atommülls.

Allein vom größten Einzelzahler Eon kommen rund zehn Milliarden Euro. dpa

Atommüll

Allein vom größten Einzelzahler Eon kommen rund zehn Milliarden Euro.

Essen/BerlinDeutschlands Atomkonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall haben insgesamt knapp 24 Milliarden Euro für die Zwischen- und Endlagerung des Nuklearmülls an einen Staatsfonds überwiesen. Das bestätigten die Konzernsprecher am Montag auf dpa-Nachfrage.

Die Milliardensumme fließt in den Fonds, der von Investment-Spezialisten verwaltet wird. Daraus sollen die Kosten vor allem für das geplante Atom-Endlager beglichen werden. Wie hoch diese sein werden und ob die Zahlungen der Konzerne reichen, kann heute noch niemand verlässlich sagen. Spätestens Ende 2022 werden alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Bis dahin soll der Staatsfonds noch deutlich an Wert gewinnen.

Energiewende

Milliardengeschäft Atommüll – Wer bezahlt die Rechnung?

Energiewende: Milliardengeschäft Atommüll – Wer bezahlt die Rechnung?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Aus technischen Gründen und wegen der hohen Summen mussten die Überweisungen auf mehrere Vorgänge aufgeteilt werden. Allein vom größten Einzelzahler Eon kamen rund 10 Milliarden Euro. Eon musste erhebliche Anstrengungen unternehmen, um das Geld aufzubringen: So gab es bereits im März eine Kapitalerhöhung, zusätzlich legte der Konzern zur Finanzierung Mitte Mai erstmals seit Jahren wieder Anleihen mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro auf.

RWE steuerte 6,8 Milliarden Euro bei, EnBW 4,8 Milliarden Euro und Vattenfall 1,8 Milliarden Euro. Indem sie die Summe auf einen Schlag aufbrachten, umgingen die Konzerne die hohen Zinsen von 4,58 Prozent jährlich, die im Falle einer Ratenzahlung zusätzlich angefallen wären.

Atomfonds: Die 24-Milliarden-Euro-Überweisung

Atomfonds

Die 24-Milliarden-Euro-Überweisung

Eon, RWE, EnBW und Vattenfall überweisen heute 24 Milliarden Euro in den Atomfonds, der sich um die Endlagerung kümmert. Was macht der Bund mit dem Geld? Und wird es reichen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Alle weiteren Risiken für die künftige Entsorgung liegen damit ab sofort beim Staat. Dieser Kompromiss geht auf Vorschläge der Atomkommission von 2016 zurück. Die Konzerne müssen außerdem die Stilllegung und den Abriss der Kernkraftwerke bezahlen. Das wird nach Einschätzung von Fachleuten noch Jahrzehnte dauern.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×