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26.06.2013

12:58 Uhr

Eon Westfalen Weser

Eon verkauft Regionalversorger

Eon hat seine Mehrheitsanteile am Regionalversorger Eon Westfalen Weser an kommunale Anteilseigner verkauft. Der Energiekonzern hatte sich bereits von Eon Thüringen getrennt und will auch Eon Mitte veräußern.

Eon-Zentrale in Düsseldorf. Der Energiekonzern hat seine Mehrheitsanteile an dem Regionalversorger Eon Westfalen Weser AG verkauft. dpa

Eon-Zentrale in Düsseldorf. Der Energiekonzern hat seine Mehrheitsanteile an dem Regionalversorger Eon Westfalen Weser AG verkauft.

DüsseldorfDer nach der Atomwende unter Druck geratene Energiekonzern E.ON macht mit dem Verkauf eines weiteren Regionalversorgers Kasse. E.ON gebe seinen 63-prozentigen Anteil an der E.ON WestfalenWeser AG an ein Konsortium aus 48 Kommunen ab, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Allerdings übernehme E.ON das Vertriebsgeschäft und weitere Beteiligungen der WestfalenWeser AG. Insgesamt flössen E.ON 360 Millionen Euro aus den Transaktionen zu.

„Mit dem Verkauf kommt E.ON bei der Neuordnung seines deutschen Regionalversorger-Geschäftes einen weiteren wesentlichen Schritt voran“, hieß es in der Mitteilung. Der Düsseldorfer Energieriese konzentriert sich auf die vier Regionalversorger E.ON Avacon, E.ON Bayern, E.ON edis und E.ON Hanse. E.ON WestfalenWeser betreibt Strom- und Gasnetze in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

An dem Paderborner Unternehmen, das rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt, hielten bisher 36 Kommunen die restlichen 37 Prozent. Sie holten sich zwölf weitere Kommunen ins Boot und gründeten eine gemeinsame Gesellschaft, die unter der Führung der Städte Paderborn und Herford eineinhalb Jahre mit E.ON verhandelte. Nun seien „alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rekommunalisierung von E.ON Westfalen Weser geschaffen“, erklärte der Paderborner Bürgermeister Heinz Paus zum Abschluss der Verhandlungen.

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In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Kommunen hohe Summen in das Energiegeschäft investiert - auch um die Energiepolitik in ihrer Region selbst in die Hand zu nehmen. Im Jahr 2009 hatte E.ON seine Stadtwerke-Tochter Thüga für 2,9 Milliarden Euro an ein Bündnis kommunaler Versorger, darunter Hannover, Frankfurt und Nürnberg, verkauft.

E.ON kann mit dem Verkauf von WestfalenWeser seine klamme Kasse füllen. Den größten deutschen Energiekonzern drücken Schulden von mehr als 31 Milliarden Euro. Vorstandschef Johannes Teyssen hat in den vergangenen Jahren bereits Beteiligungen im Volumen von 17 Milliarden Euro veräußert. Auf der Verkaufsliste steht auch die Tochter E.ON Mitte. Diese Transaktion will Teyssen spätestens im kommenden Jahr abschließen. Sollte er auch noch die unter anderem mit RWE geführte Urantochter Urenco abstoßen, könnte E.ON mit seinen Beteiligungsverkäufen die 20-Milliarden-Euro-Marke knacken.

Von

dpa

Kommentare (1)

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joe

26.06.2013, 13:27 Uhr

Frage: Warum verkauft Eon??
...und wieder ein Milliardengrab für die Steuerzahler. Ich glaube nicht, dass den Politikern bewußt ist, wieviel folgeinvestitionen insbesondere für EEG da fällig werden.

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