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29.10.2013

09:36 Uhr

Erdgaslieferungen

Ukraine soll offene Rechnungen bei Gazprom haben

Gazprom bezichtigt die Ukraine, ausstehende Rechnungen nicht zu begleichen. Es geht um mehr als 600 Millionen Euro. Der Vorwurf weckt Erinnerungen an frühere Machtkämpfe zwischen Russland und der Ukraine.

Wird der Hahn abgedreht? Gazprom setzt die Ukraine unter Druck. dpa

Wird der Hahn abgedreht? Gazprom setzt die Ukraine unter Druck.

MoskauDer russische Energiegigant Gazprom beschuldigt die Ukraine, aufgelaufene Rechnungen für Erdgaslieferungen in Höhe von umgerechnet 639 Millionen Euro nicht beglichen zu haben. „Wir sind extrem besorgt über die aktuelle Situation”, wurde Gazprom-Chef Alexej Miller am Dienstag von russischen Nachrichtenagenturen zitiert. Zwar habe sein Unternehmen der Ukraine für eine Gaslieferung vom August eine Fristverlängerung gewährt, diese sei jedoch am 1. Oktober ausgelaufen.

Millers Äußerungen deuten in die Richtung eines möglicherweise neuen Gaskonflikts zwischen den beiden benachbarten Staaten, wie es ihn in der Vergangenheit - etwa 2006 und 2009 - schon mehrmals gegeben hatte: „Die Situation ist sehr ernst, da der Vertrag bei Verstößen gegen die Zahlungsbedingungen einen Wechsel zum System der Vorkasse vorsieht”, sagte der Gazprom-Präsident. „Dieses Problem muss gelöst werden - und zwar jetzt.”

Trotz der Suche nach neuen Bezugsquellen ist die Ukraine nach wie vor höchst abhängig von russischen Gaslieferungen. Beobachter sehen in den schon mehrfach eingestellten Zulieferungen aus Moskau einen politischen Machthebel des Kreml.

Die Ukraine und andere frühere Sowjetrepubliken streben seit langem gen Westen und bemühen sich um engere Beziehungen zur Europäischen Union, was in Moskau misstrauisch verfolgt wird. Für die EU hat die Ukraine ihrerseits große Bedeutung als Transitland für russisches Gas.

Ein Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin versicherte am Dienstag, dass die Gazprom-Warnung nichts mit den Hoffnungen der Ukraine zu tun habe, Ende November bei einem Gipfel im litauischen Vilnius das Assoziierungsabkommen mit der EU besiegeln zu können. „Die Gasschulden sind ohne Frage kein politisches Thema und hängen in keiner Weise mit dem Assoziierungsabkommen zusammen”, zitierte die Nachrichtenagentur Itar-Tass den Kreml-Sprecher.

Von

afp

Kommentare (3)

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Hagbard_Celine

29.10.2013, 10:10 Uhr

Die Ukraine und Russland sind genauso ein Teil Europas wie Spanien und Deutschland. Von Reibungsverlusten innerhalb Europas profitieren nur die USA und sonst niemand.

Account gelöscht!

29.10.2013, 10:15 Uhr

Abwarten, kalter Arsch macht gefügig oder die Ukraine wird plötzlich für Brüssel so wichtig, dass Deutschland die Finanzierung für das Gas an die Ukraine großzügig übernehmen muss. Der Restbalkan steht ja auch schon zur Übernahme durch Brüssel bereit. Wie Neureiche schmeißen wir auch in diesem Fall mit Geld nur so um uns, bezahlen werden diesen Wahnsinn der depperte deutsche Normalbürger.

norbert

29.10.2013, 10:55 Uhr

Wenn die russischen Kleptokraten mal weniger verdienen, dann ist mir das ganz recht.

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