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09.08.2015

11:02 Uhr

Erneuerbare-Energien-Gesetz

Familienunternehmen sind unzufrieden mit Energiepolitik

Immer mehr Familienunternehmen erzeugen ihren eigenen Strom. Dies zeigt eine Umfrage, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Unzufriedenheit mit dem vor einem Jahr novellierten EEG.

Kleine und mittlere Unternehmen greifen zwangsläufig auf eigene Stromerzeugung zurück. dpa

Energiewende kostet

Kleine und mittlere Unternehmen greifen zwangsläufig auf eigene Stromerzeugung zurück.

BerlinDie Familienunternehmen sind unzufrieden mit der Energiepolitik der Großen Koalition. Das geht aus einer Umfrage des Verbands „Die Familienunternehmer“ unter 521 seiner Mitglieder hervor, die dem Handelsblatt (Montagsausgabe) exklusiv vorliegt. Demnach geben ein Drittel der Befragten der Arbeit der Bundesregierung seit Amtsantritt die Schulnote Vier, 28 Prozent die Schulnote Fünf und Acht Prozent sogar eine Sechs.

Vor einem Jahr ist das von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft getreten. Seitdem müssen auch Unternehmen, die selbst Strom erzeugen, einen Teil der Ökostromumlage zahlen. Diese Änderung macht den Familienunternehmen zu schaffen. Aus der Umfrage geht hervor, dass immer mehr familiengeführte Firmen ihren eigenen Strom erzeugen, um ihre Energiekosten zu reduzieren. „Für die Unternehmen, die nicht von der besonderen Ausgleichsregelung profitieren und dennoch immense Energiekosten haben, ist die unternehmenseigene Stromversorgung die einzig verbliebene Möglichkeit, um die Nachteile im internationalen Wettbewerb abzufedern“, sagte Karl Tack, Vorsitzender der energiepolitischen Kommission des Verbands und geschäftsführender Gesellschafter der Rhodius Mineralquellen und Getränke GmbH & Co. KG.

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Die energiepolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion Julia Verlinden forderte im Gespräch mit dem Handelsblatt, diese Umlagepflicht auf selbst erzeugten Strom wieder abzuschaffen. Ebenfalls kritisch sieht sie das neuen Ausschreibungsmodell, das 2017 anstelle der festen Vergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien gelten soll. „Ausschreibungen werden den Ausbau der Erneuerbaren teurer machen und für die bisherigen Hauptträger und –investoren der Energiewende, nämlich Bürgerenergiegenossenschaften und Privatpersonen, werden neue Hürden aufgebaut", warnte sie. So werde die Bundesregierung ihre Energiewendeziele nicht erreichen.

Von

dah

Kommentare (1)

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Herr J.-Fr. Pella

10.08.2015, 13:11 Uhr

Auch der "kleine" Endverbraucher ist mit d. Gesetz schon sehr lange unzufrieden.
Dies interessierten weder Radio, Fernsehen, Zeitungen, Parteien usw..
Nur können diese vielen "Kleinen" keinen eigenen Strom erzeugen. - Leider -

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