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16.09.2013

14:39 Uhr

Erneuerbare Energien

Klagen gegen Solarworld-Sanierung

Trotz Anfechtungsklagen: Solarworlds Firmengründer Asbeck will den Zeitplan für die Unternehmenssanierung einhalten. Die Klagen richten sich gegen die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung.

Frank Asbeck, der Gründer und CEO von Solarworld bei der jetzt umstrittenen Hauptversammlung im August. Mit einem Freigabeverfahren beim Oberlandesgericht Köln versucht Solarworld, die plangemäße Umsetzung der Sanierung zu erreichen. Reuters

Frank Asbeck, der Gründer und CEO von Solarworld bei der jetzt umstrittenen Hauptversammlung im August. Mit einem Freigabeverfahren beim Oberlandesgericht Köln versucht Solarworld, die plangemäße Umsetzung der Sanierung zu erreichen.

BonnDer Bonner Solarmodulhersteller Solarworld will trotz mehrerer Anfechtungsklagen den Zeitplan für die Unternehmenssanierung bis Anfang 2014 halten. Solarworld hatte im August von Aktionären und Anleihegläubigern mehrheitlich Zustimmung für das Konzept bekommen, das einen scharfen Kapital- und Schuldenschnitt und eine Abwertung der Aktien auf fünf Prozent des bisherigen Wertes beinhaltet.

Es gab aber auch Kritik. Inzwischen lägen sechs Klageschriften gegen die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung vom 7. August 2013 vor, teilte das Unternehmen am Montag mit. Zuvor hatten auch das „Handelsblatt“ und „Wall Street Journal Deutschland“ über Klagen berichtet.

Die Kritik richtet sich vor allem dagegen, dass die Bestandsaktionäre kein Bezugsrecht für die Kapitalerhöhung bekommen sollen, die nach dem Schuldenschnitt geplant ist. Firmengründer Frank Asbeck kann dagegen für zehn Millionen Euro aus seinem Privatvermögen 19,5 Prozent neue Aktien erwerben. Solarworld halte die Klagen für unbegründet und bereite entsprechende Klageerwiderungen vor, teilte das Unternehmen mit.

Frank Asbeck - ein Unternehmenschef, der polarisiert

Ungewöhnlicher Werdegang

Ende 1979 gehörte der in Hagen geborene Frank Asbeck zu den Gründungsmitgliedern des ersten Landesverbandes der Grünen in Nordrhein-Westfalen. Der Diplom-Agraringenieur bereiste in jungen Jahren mit dem Motorrad Afrika, wurde in Nigeria Berater und renovierte dort Fabriken. 1998 gründete er in seiner Bonner Heimat die Firma Solarworld.

Selbstdarsteller

Frank Asbeck weiß, sich darzustellen. Er tritt stets selbstbewusst mit Trachtenjacke und markigen Sprüchen auf. „Ich erkenne Trends sehr, sehr früh. Viel früher als andere Leute“, sagte er einmal in einem Interview mit dem Handelsblatt. Asbeck scheint so überzeugend, dass ihn die Medien im Laufe der Zeit mit dem Beinamen „Sonnenkönig“ gekrönt haben.

Gewagte Ideen

Solarworld-Chef Asbeck ist immer für eine Überraschung gut: So sorgte er im Jahr 2008 für einiges Erstaunen, als er den angeschlagenen deutschen Autobauer Opel übernehmen wollte – aber nur geschenkt. Ebenfalls kurios muteten seine Avancen an, am Firmensitz in Bonn einen Zoo zu errichten. Laut Asbeck sollte er ein „Demo-Bauernhof mit Nutztieren sein, die der Kommerzialisierung und Industrialisierung nach und nach zum Opfer gefallen sind“.

Ausschweifender Lebensstil

Anfang des Jahres sorgte Frank Asbeck für Aufmerksamkeit, als er das Luxusschloß von Entertainer Thomas Gottschalk bei Remagen am Rhein kaufte – angeblich für fünf Millionen Euro. Weil sein Unternehmen auch da bereits tief in der Krise steckte, musste sich der Solarworld-Chef, der gern im Maserati vorfährt, harte Kritik anhören.

Schuld haben die Anderen

Die Schuld an der aktuellen Misere seines Unternehmens gibt Frank Asbeck anderen – vor allem auf die Chinesen hat er es abgesehen. So initiierte er gemeinsam mit anderen Solarfirmen eine Klage der EU gegen die chinesischen Solarsubventionen. Angeblich betreiben die Chinesen gezielt Preisdumping, ist sich die Initiative Pro Sun sicher. Chinesische Firmen mussten hohe Strafzölle befürchten, ein Handelskrieg drohte. Am Ende einigten sich EU und China auf eine Mengenbegrenzung für den Import chinesischer Solarmodule – die ist jedoch so hoch, dass sie den fernöstlichen Unternehmen kaum schaden dürfte.

Mit einem Freigabeverfahren beim Oberlandesgericht Köln versuche Solarworld, die plangemäße Umsetzung der Sanierung zu erreichen. „Das Management der SolarWorld AG geht nach wie vor davon aus, dass die Restrukturierung im Zeitraum von November 2013 bis Februar 2014 vollzogen wird“, so die Erklärung.

Von

dpa

Kommentare (4)

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HofmannM

16.09.2013, 14:56 Uhr

Und die Insolvenzverschleppung geht weiter. Die nächsten Quartals-Zahlen von Solarworld werden dies wieder einmal eindrucksvoll belegen.

anonym

17.09.2013, 08:44 Uhr

Solar ist Konkurrenz zu Öl. Herr Asbek hat mit seinen 2 Schlössern ausgesorgt und Deutschland ist nicht unbedingt Sonnenland. Aus Hirse kann man Silicium gewinnen und die wird in Afrika angebaut. Wie sieht es mit Solarworld-Amerika aus? Es gibt auch noch andere Anbieter von Solarprodukten, die machen nicht so ein Theater.

PFRESSwuerstle

17.09.2013, 11:50 Uhr

die katar connection is doch nur ein fake des bequemen geistes heroen asbeck , abstauber und herr des NOCHMEHR

ein teil seiner millionen aus long und short der eigenen aktien lenkt er nun mit hilfe seiner institutionelllen finanzberater in das seine anleihegläubiger und aktionäre vera....ende unternehmen zurück

die rechnung wird so nicht aufgehen

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