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24.05.2013

14:26 Uhr

Eurofighter-Kauf

EADS lockt Südkorea mit Milliardeninvestitionen

Nach dem Rückschlag in Indien will das Eurofighter-Konsortium in Südkorea für einen Kauf des Kampfjets werben. Der am Konsortium beteiligte EADS-Konzern lockt mit Milliardeninvestitionen.

Ein Eurofighter der European Aeronautic Defense and Space Co. (EADS) steigt in den blauen Himmel auf. Südkorea wollte den Kampfjet-Auftrag bereits im vergangenen Oktober vergeben. Die Vergabe wurde jedoch verschoben. dpa

Ein Eurofighter der European Aeronautic Defense and Space Co. (EADS) steigt in den blauen Himmel auf. Südkorea wollte den Kampfjet-Auftrag bereits im vergangenen Oktober vergeben. Die Vergabe wurde jedoch verschoben.

SeoulIm Zuge der Bewerbung des Eurofighter-Konsortiums um einen Auftrag aus Südkorea für 60 Kampfflieger hat der Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS eine Milliardeninvestition in dem Land angeboten. Für den Fall des Zuschlags könne EADS „umfangreiche Unterstützung“ für das koreanische Projekt für die nächsten Kampfjet-Generation (KF-X) leisten, teilte der zuständige Sprecher der am Eurofighter beteiligte EADS-Tochter Cassidian, Francisco Salido, am Freitag mit.

Das Angebot umfasse den Transfer von Technologie und Entwicklungsunterstützung im Wert von etwa zwei Milliarden Dollar (rund 1,55 Milliarden Euro). Salido bestätigte damit entsprechende Berichte südkoreanischer Medien. Auch lockt EADS im Wettbewerb um den Auftrag mit der Errichtung einer lokalen Fertigungsanlage in Südkorea.

Die Geschichte des Eurofighters

November 1977

Franzosen, Deutsche und Briten planen einen gemeinsamen Kampfjet für die Neunzigerjahre.

Dezember 1983

Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien und Italien schließen ein Abkommen über den Bau von 800 Flugzeugen à 35 Millionen Euro, die als "Jäger 90" ab 1995 fliegen sollen.

August 1985

Frankreich scheidet aus dem Projekt aus

Sommer 1986

Großbritannien und Deutschland übernehmen je ein Drittel, Italien 21 Prozent und Spanien 13 Prozent. Die Briten beauftragen BAE Systems, Italien den späteren Rüstungsriesen Finmeccanica, Deutschland und Spanien den heutigen EADS-Konzern.

November 1988

Offizieller Auftrag zum Bau.

Februar 1992

Nach Ende des Kalten Kriegs wollen die Regierungen ein einfacheres, preiswerteres Modell, das nun "Eurofighter 2000" heißen soll..

Mai 1992

Der Prototyp ist fertig.

März 1994

Erfolgreicher Erstflug.

Juli 2003

Österreichs Parlament beschließt den Kauf von 18 Exemplaren, der erste Export des Eurofighters.

Oktober 2003

Lieferung des ersten Jets.

Dezember 2005

Saudi- Arabien will bestellen. Die britische Antikorruptionsbehörde SFO untersucht Bestechungsvorwürfe. London stoppt die SFO "aus nationalem Interesse".

Sommer 2006

Die Eurofighter-kritische SPÖ gewinnt die Parlamentswahl in Österreich. Im Oktober startet der Untersuchungsausschuss wegen möglicher Bestechungen und stellt die Arbeit 2007 ergebnislos ein.

Während das europäische Konsortium, an dem EADS beteiligt ist, den Eurofighter verkaufen will, sind Boeing mit der F-15 Silent Eagle und Lockheed Martin mit der F-35 Lightning II im Rennen. Außerhalb Europas wird der Eurofighter unter dem Namen Typhoon vermarktet. „Korea ist ein strategischer Markt für EADS in allen Geschäftsbereichen, von der zivilen Luftfahrt und Helikoptern bis zur Verteidigung und Satelliten“, sagte Salido.

Südkorea wollte den Kampfjet-Auftrag bereits im vergangenen Oktober vergeben. Die Vergabe wurde jedoch verschoben. Bisher habe die Regierung eine neue Bieterrunde jedoch noch nicht bestätigt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die koreanische Behörde für Rüstungsbeschaffung (DAPA). Da die Verhandlungen über den Preis jedoch schon abgeschlossen gewesen seien, könnte eine neue Ausschreibungsrunde im Juni beginnen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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hanji

24.05.2013, 17:22 Uhr

EADS hat keine Chance, weil Ausschreibungen im amerikanischen Marionettenstaat Südkorea zu 90% von einem US-Anbieter gewonnen werden. Ist das europäische Angebot einmal für jeden sichtbar besser/billiger, werden kurz vor dem Stichtag noch schnell die Auswahlkriterien geändert - zugunsten der USA. So war es jedenfalls in den vergangenen Jahren. Das sind die Südkoreaner den USA auch schuldig, nachdem diese (Pentagon/CIA) seit 2008 wieder den Nord-Südkonflikt erfolgreich schüren. Immerhin musste der Verband der US-Rüstungsindustrie die schreckliche Durststrecke der koreanischen Entspannungspolitik 2000 bis 2007 überstehen, und kann erst seitdem wieder auf Kosten der koreanischen Steuerzahler die Sektkorken knallen lassen. Die alten Kunden Pentagon und Japan zumindest sind auf absehbare Zeit pleite. Da bleibt nur noch das reiche, fast schuldenfreie Südkorea; zumindest solange der Diktator im Norden seine Rolle brav spielt, kräftig droht und seine zivilen Bombentests als "Atomprogramm" verkauft.

Account gelöscht!

24.05.2013, 20:36 Uhr

Sehr gute Analyse!

buergemario

12.06.2013, 14:51 Uhr

sehr gut zusammengefasst
kluger kopf danke für info weiter so

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