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16.06.2015

08:07 Uhr

Exxon-Energieprognose

Deutschland nutzt Energie immer effizienter

VonRegine Palm

Der Anteil von Erdgas nimmt nach der Energieprognose von Exxon in der Stromerzeugung weiter zu. Das ist eine gute Nachricht für den Klimaschutz – so könnten bis zu 60 Prozent C02 im Vergleich zur Kohle eingespart werden.

Erdgas ist für die Experten von Exxon der Energieträger der Zukunft. Reuters

Gaskraftwerk bei Hamm

Erdgas ist für die Experten von Exxon der Energieträger der Zukunft.

DüsseldorfGute Nachrichten für Deutschland: Der Energiemix wird im Zuge der Energiewende klimaschonender. Das ist das Ergebnis der diesjährigen langfristigen Energieprognose von Exxon Mobil. Dazu trägt nach Einschätzung der Experten vor allem bei, dass Erdgas in Zukunft vermehrt zur Stromerzeugung eingesetzt wird. Nach 2030 werde Erdgas zum Energieträger Nummer eins. Dadurch könnten bis zu 60 Prozent CO2 im Vergleich zur Kohle eingespart werden. Im Wärmemarkt heize bereits heute schon jeder zweite Haushalt mit Erdgas.

Wie der britische Ölmulti BP erwartet auch Exxon, dass sich die erneuerbaren Energien immer stärker durchsetzen. Im Jahr 2040 sollen diese im Energiemix einen Anteil von einem Viertel erreichen. Das werde etwa dem Anteil von Mineralöl erreichen, prognostiziert Exxon. Rohöl bleibe dagegen besonders im Verkehrssektor unverzichtbar; fast 65 Prozent aller Pkw werden der Prognose zufolge im Jahr 2040 noch mit Benzin oder Diesel fahren.

BP hatte im gerade vorgelegten Statistical Review die erneuerbaren Energien als „die am schnellsten wachsende Energieart“ bezeichnet, auf die bisher aber nur ein Anteil von drei Prozent am Primärenergiemarkt entfalle.

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht in ihrem neuen Klimabericht, der am Montag vorgelegt wurde, sogar davon aus, dass erneuerbare Energien wie Wind, Sonne und Wasserkraft weltweit Kohle und Öl als wichtigste Energiequellen bei der Stromerzeugung ablösen könnten. Gefordert seien die Staaten bei der UN-Klimakonferenz in Paris Anfang Dezember. Die Pariser IEA berät 29 Staaten in Energiefragen; darunter befinden sich auch Deutschland und die USA. Sie gehört zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

„Die Zeit drängt“, sagte IEA-Generalsekretärin Maria von der Hoeven. Der Energiesektor produziere doppelt so viel Treibhausgas wie alle anderen Energieverbraucher zusammen. „Jedes Abkommen, das in Paris erzielt wird, muss sich auf den Energiesektor konzentrieren“, sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol. „2030 können 60 Prozent der Stromerzeugung aus Erneuerbaren kommen und ein Viertel des globalen Energiebedarfs aus sauberen Quellen gedeckt werden“, betonte er.

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Laut Exxon Mobil wirkt sich der sinkende Energiebedarf bereits positiv auf die Emissionen aus. Gerade in Deutschland werde Energie immer effizienter genutzt, was den Verbrauch verringere. Dabei zeige der Trend weiter nach unten: Gegenüber heute werde im Jahr 2040 rund ein Drittel weniger Energie benötigt. Grundlage für den sinkenden Bedarf seien neben dem wachsendes Energiebewusstsein die effizienteren Technologien, die Einsparungen in allen Verbrauchssektoren förderten.

„Dieser Rückgang ist umso bemerkenswerter, als im gleichen Zeitraum die Wirtschaft um fast 40 Prozent wächst“, erklärt Gisela Seiler, Ökonomin bei Exxon Mobil und Verfasserin der neuen Studie. „Sinkender Primärenergieverbrauch und Änderungen im Energiemix sorgen dafür, dass die CO2-Emissionen bis 2040 gegenüber 1990 um mehr als 50 Prozent sinken“, fasst sie die Ergebnisse zusammen. Das aber wäre weniger als die von der Bundesregierung angestrebten 70 Prozent.

Kommentare (6)

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16.06.2015, 08:20 Uhr

Was sollen das für Experten sein, die das Erdgas als wichtigsten Energieträger der Zukunft sehen und die Kernkraft komplett ausblenden?!
Was sollen das für Experten sein, die Wind und Sonne als unzuverlässigen und teuren Energieträger als eine Hauptsäule in der Stromerzeugung anpreisen/verkaufen?!

Eine CO2 reduzierte und grundlastfähige wie auch preisgünstige Stromerzeugung geht nur mit dem Aufbau eines KERNKRAFT PARK!

Mit Erdgas macht man sich nur von Russland immer mehr abhängiger. Und erst recht, wenn man das Fracking im eigenen Land auch wieder durch Grün-Sozialistischer Anti-Ideologie verbieten will.

Und hört mir endlich mit dem diesen "Experten-Geschreibe" auf. Danke!

Herr Armin Machmer

16.06.2015, 08:56 Uhr

Ich kann Herrn Hoffmann nur beipflichten. Was soll dieser unseriöse Gaslobbyartikel? Was soll daran gut und fortschrittlich sein co2 durch Gasverbrennung in die Luft zu jagen und sich noch mehr von den kleinen Proleten aus dem Kreml abhängig zu machen?
Schon mal was von Pellets, solar, geothermik etc für Privathaushalte gehört?
Bitte verschonen Sie uns mit diesem Geschmarre in einem ansonsten seriösen Blatt

Herr Holger Narrog

16.06.2015, 09:33 Uhr

Erdgas kostet etwa ein 4-faches Deutscher Braunkohle und ein 3-faches importierter Steinkohle. Insofern ist dies sicherlich sachlich gesehen eine Vernichtung von Volkswohlstand.

Die IEA hat sich offensichtlich von einer trockenen, fachlich seriösen internationalen Statistikbehörde zu einer ökoreligiösen Institution weiterentwickelt. Sonnen- und Windstrom sind in grossen, bedarfsgesteuerten Netzen wertlos und umweltschädlich. Für die Menschheit und deren Wohlstand wäre die Prognose, dass diese die Stromerzeugung dominieren sollen sehr negativ.

Insgesamt sind die Prognosen des Artikels der asketischen Ökoreligion geschuldet. Diese Religion strebt mit Weltuntergangsgeschichten wie Waldsterben, Klimawandel eine verarmte, sozialistisch organisierte Gesellschaft an.

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