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30.08.2013

09:03 Uhr

Fallende Kali-Preise

K+S stimmt Belegschaft auf Sparprogramm ein

Die Demütigung aus dem Dax zu fliegen, dürfte dem Rohstoffkonzern K+S doch erspart bleiben. Auf Rückschläge müssen sich die Beschäftigten einstellen. Vorstandschef Steiner stimmt die Belegschaft auf ein Sparprogramm ein.

Im K+S-Werk an der Werra : Nach der Sprengung von Salzgestein setzen Maschinen Anker, um die Decke zu stützen. dpa

Im K+S-Werk an der Werra : Nach der Sprengung von Salzgestein setzen Maschinen Anker, um die Decke zu stützen.

DüsseldorfDie Turbulenzen am Kali-Markt, einem Grunddünger für die Landwirtschaft, reißen nicht ab. Die Sorge vor fallenden Preisen lässt jetzt den Kasseler Rohstoffkonzern K+S auf ein Sparprogramm einschwenken. In einem Brief an die Belegschaft, über den die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, stimmt Vorstandschef Norbert Steiner die Mitarbeiter auf eine Sparrunde ein. Die laufenden Effizienzbemühungen würden aus heutiger Sicht nicht ausreichen, berichtet das Blatt aus dem Schreiben.

Steiner bestätigt indirekt, dass die Sorgen über fallende Kali-Preise berechtigt seien. Der russische Konkurrent Uralkali war vor einigen Wochen überraschend aus einem Kartell mit der weißrussischen Belaruskali ausgestiegen. Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner hatte angekündigt, lieber über Masse Geschäft zu machen und nicht das Preisniveau hoch zu halten. Ein Fall der Preise von über 400 Dollar auf etwa 300 Dollar pro Tonne Kali gilt daher als wahrscheinlich. Damit würde das Preisniveau erreicht werden, zu dem K+S produzieren kann.

Die größten Kaliproduzenten

Uralkali (Russland)

Kaliproduktion: 12,1 Millionen Tonnen

Weltweite Produktion 2014

Belaruskali (Weißrussland)

Kaliproduktion: 10,3 Millionen Tonnen

Potash Corp (Kanada)

Kaliproduktion: 8,8 Millionen Tonnen

Mosaic (USA)

Kaliproduktion: 8,3 Millionen Tonnen

K+S (Deutschland)

Kaliproduktion: 5,7 Millionen Tonnen

ICL (Israel)

Kaliproduktion: 5,1 Millionen Tonnen

„Es ist unverkennbar, dass sich der Weltkalimarkt auf niedrigere Preise einstellt“, so Steiner in dem Brief. Auch wenn das tatsächliche künftige Niveau noch nicht erkennbar sei, werde die Unsicherheit lange anhalten und K+S müsse sich für rauere Zeiten wappnen. Konkrete Sparziele kündigte er nicht an, auch einen möglichen Stellenabbau thematisierte er nicht. K+S beschäftigt etwa 14.000 Mitarbeiter, 70 Prozent davon in Deutschland. „Um die Ertragskraft und die Liquidität unseres Unternehmens zu erhalten, wird es erforderlich sein, dass alle Bereiche einen nennenswerten Beitrag leisten“, zitiert die Zeitung aus dem Brief.

Die Turbulenzen auf dem Kali-Markt sind in den vergangenen Tagen in einen Handelskrieg zwischen Russland und Weißrussland gemündet. Uralkali-Chef Baumgertner war Anfang der Woche nach einem Treffen in Minsk verhaftet worden. Weißrussland wirft dem Manager vor, der hoch verschuldeten Ex-Sowjetrepublik mit dem Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen einen Schaden von etwa 75 Millionen Euro zugefügt zu haben. Die Festnahme hatte zu einem Kursplus der zuletzt arg gebeutelten K+S-Aktie geführt. Auch deswegen ist wohl der drohende Abstieg aus dem Dax abgewendet.

Als Reaktion auf die Querelen hatte Russland die Öllieferungen an Weißrussland gedrosselt. Der russische Vize-Regierungschef Arkadi Dworkowitsch kündigte am Donnerstag an, die Kürzungen der Lieferungen auch im vierten Quartal fortzusetzen. Die Reduzierung beläuft sich auf rund ein Viertel der Exportmenge.

Kommentare (1)

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azaziel

30.08.2013, 08:53 Uhr

Schade, dass es neben der aufgeregten Berichterstattung nirgendwo etwas zu lesen gibt, wie sich die Kalinachfrage in den naechsten Jahren entwickeln wird, welche Substitute zur Verfuegung stehen, wieviele unerschlossene Lagerstaetten es gibt und vor allem, wieviel neue Produktion geplant ist. Uralkali will seine Produktion ausdehnen, K+S will das auch und BHP Billiton hat aehnliche Plaene.

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