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17.06.2014

11:16 Uhr

Forderung kommunaler Firmen

Kraftwerke wollen Prämie fürs Nichtstun

Das Problem mit Strom aus Sonne und Wind: Man kann die Energie schlecht speichern. Deshalb müssen die Energieversorger vorsorglich Strom bereit halten. Ein Verband fordert für diese Leistung nun eine Bezahlung.

Für wind- und sonnenarme Tage müssen Kraftwerke Strom bereit halten. Dafür fordert der Verband kommunaler Unternehmen nun Geld. dpa

Für wind- und sonnenarme Tage müssen Kraftwerke Strom bereit halten. Dafür fordert der Verband kommunaler Unternehmen nun Geld.

BerlinUm auch an sonnenarmen und windstillen Tagen in Deutschland die Energieversorgung zu sichern, fordert der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) eine Bezahlung für das vorsorgliche Bereithalten von Strom. Es müsse ein Entgelt für die Bereitstellung von gesicherter Leistung eingeführt werden, heißt es in einem Hintergrundpapier des Verbands zu einem von ihm in Auftrag gegebenen Gutachten, das am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Ein sogenannter Leistungsmarkt könnte ein „zweiter Marktplatz am Energiemarkt“ sein - als Ergänzung zum bisherigen Strommarkt, auf dem nur die gelieferte Menge vergütet wird, nicht aber eine vorgehaltene Leistung.

Das Problem der Versorgungssicherheit kann aus dem voranschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien folgen. Wenn Sonne und Wind keine Energie liefern, können beispielsweise Gaskraftwerke einspringen, weil sie schnell hochgefahren werden können. Es ist aber zunehmend unrentabel, Kraftwerke nur für solche Fälle zu bauen und zu betreiben. Problematisch ist laut VKU, dass bisher eher Kraftwerke zum Zug kommen, die wenig flexibel sind. „Die flexibleren Kraftwerke erhalten im bestehenden Marktdesign keine ausreichenden Preissignale“, erklärte der Verband. Neubauvorhaben lägen auf Eis, Anreize für neue Projekte fehlten.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Die Branche sei sich einig, dass ein Leistungsmarkt zur „verlässlichen Vergütung gesicherter Leistung“ nötig sei, erklärte VKU-Vizepräsident Andreas Feicht. Auf dem vorgeschlagenen dezentralen Leistungs-Marktplatz könnte der Handel mit entsprechenden Zertifikaten den Preis für vorgehaltene Leistungen bestimmen, heißt es im Hintergrundpapier zum Gutachten. Da Endkunden und Stromvertriebe den Bedarf an gesicherter Leistung am besten einschätzen könnten, sei sichergestellt, dass nur so viel gesicherte Kraftwerksleistung vorgehalten werde wie zur Abwendung von Lieferengpässen erforderlich.

Das von einer Beratungsfirma erstellte Gutachten beleuchtet die finanziellen Auswirkungen des vom VKU vorgeschlagenen Modells: Durch die Einführung eines Leistungsmarktes als zweite Säule im Energiemarkt bis 2034 würden demnach die Systemkosten um bis zu 27 Milliarden Euro geringer sein als unter Beibehaltung des bisherigen Modells. Die Verbraucher würden verteilt auf 20 Jahre zwar mit bis zu 89 Milliarden Euro belastet; allerdings profitierten sie in der Folge auch "deutlich" von gedämpften Strompreisen. Einen Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden würde die Versorgungssicherheit demnach jährlich rund 20 bis 27 Euro kosten.

Laut VKU sollte ein Markt für Versorgungssicherheit innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre geschaffen werden. Das Gutachten des Verbands solle die Debatte um Kapazitätsmechanismen voranbringen, damit „alsbald eine tragfähige Lösung“ gefunden werde, die Investitionen bei den Erzeugern anreize, erklärte Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Der VKU vertritt über 1400 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser, Abwasser und Abfallwirtschaft.

Von

afp

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

17.06.2014, 11:44 Uhr

Geld für's Nichtstun - da wird ja manchmal der Vergleich mit der Feuerwehr herangezogen. Die hat ja auch Kosten für ihre Bereitschaft.

Bei den Erneuerbaren Energien Wind und Sonne ist es aber nicht die Ausnahme, dass es brennt. Ihre Produktionsmenge schwankt immer entsprechend den Launen der Natur, so dass ausgleichende Maßnahmen erforderlich sind. Momentan sind die Kosten hierfür in der Energiewende noch gar nicht zu spüren, weil es momentan noch hinreichend viele konventionelle Kraftwerke gibt.

Beides wird sich ändern. Das wird nicht lustig.

Account gelöscht!

17.06.2014, 12:39 Uhr

Teil 2:
Sehen Sei sich mal folgende Präsentation an:

http://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/data-nivc-/stromproduktion-aus-solar-und-windenergie-2014.pdf

Seite 3: installierte Leistung Wind und Solar: 33,668 GW + 36,858 = 70,526 GW!
Seite 4: Nettostromerzeugung Wind und Solar in den rsten 5 Monaten 2014: 37,7 TWh

Die theoretische Maximalerzeugung hätte bei 253,89 TWh gelegen (für 150 Tage gerechnet), geworden sinds 37,7 TWh, also unter 15% der maximal möglichen Erzeugungsleistung.

Und was mit dem Teuerstrom so passiert, können Sie ab Seite 67 sehen. TIP. Das hellrote unter dem Strich ist der Export. Der boomt immer dann, wenn Wind und Solar wetterbedingt Strom liefern. Komisch, oder?

Und hier noch ein Link, was Prof. Sinn zum Gelingen der Energiewende sagt. Nämlich: ohne russisches Erdgas wird das nix.

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/18756-putin-und-der-zappelstrom

Account gelöscht!

17.06.2014, 12:40 Uhr

Teil 1:
Und wenn man 1 Million WKA in die Gegend stellt, wird es Tage geben, an denen der Wind halt nicht weht. Auch 1 Million mal Null bleibt NUll. NUUULLLL! Wann kapiert man das endlich? Und nachts scheint eben auf der der Sonne abgewandten Seite des Globus höchstens der Mond! Ohne konventionelle Kraftwerke gingen in Deutschland die Lichter aus. Wenn man das nicht will, muss man halt die verhassten konventionellen Kraftwerke, denen das Industrieland Deutschland seinen Wohlstand verdankt weiter vorhalten - obwohl die Betreiber damit kein Geld mehr verdienen. In einer Marktwirtschaft würden diese Kraftwerke reihenweise vom Netz genommen - und der deutsche Verbraucher gerade mit. Dass nun Geld alleine für das Bereithalten dieser Kraftwerke gefordert wird, ist so logisch wie vorhersehbar gewesen. Dem deutschen Verbraucher wird also demnächst eine weitere Verteuerung der Strompreise in Form einer "Bereithaltungssubvention" ins Haus stehen. 4,5 MRD p.a. für diese Feuerwehr. Toll gemacht muss man sagen.
Mein TIP: schafft diese Energiewende, die ohnehin nicht funktioniert ab. Und lasst die Erzeuger "Erneuerbaren Stroms" die Bereithaltungssubvention zahlen. Das wäre nicht mehr als gerecht, denn ohne echte Kraftwerke hätte diese Zufallskraftwerke gar keinen Markt. Hier wird Volksvermögen im Multi-Milliardenbereich sinnlos verschleudert. Wo bitte ist hier der Amtseid eingehalten? Wer wählt die?

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