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25.11.2015

17:15 Uhr

Forderung von RWE, Eon & Co.

Stiftung soll Atomausstieg mitfinanzieren

Der Atomausstieg kostet die Energieversorger Milliarden. Die vier großen Stromkonzerne sehen auch den Staat in der Pflicht – und fordern eine aus Unternehmensanteilen und Sachwerten finanzierte Stiftung zur Finanzierung.

Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld. (Archiv) Im Juni 2015 ist das Werk vom Netz gegangen. Die Atomkonzerne müssen für den Abriss eines Kraftwerks und die Lagerung des Atommülls aufkommen. dpa

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld

Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld. (Archiv) Im Juni 2015 ist das Werk vom Netz gegangen. Die Atomkonzerne müssen für den Abriss eines Kraftwerks und die Lagerung des Atommülls aufkommen.

BerlinDie Betreiber der deutschen Kernkraftwerke fordern für den Atomausstieg eine Vergemeinschaftung der Verantwortung zwischen Unternehmen und Staat. Hierfür sei eine aus Unternehmensanteilen und Sachwerten finanzierte Stiftung eine geeignete Lösung, sagte der stellvertretende RWE-Vorsitzende, Rolf Martin Schmitz, am Mittwoch in Berlin vor der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs.

Der Bund solle für diese die Bürgschaft übernehmen um sicherzustellen, dass den Versorgern durch politische Entscheidungen keine Zusatzkosten beim Rückbau der Kraftwerke sowie der Lagerung des radioaktiven Mülls entstünden.

Schmitz sagte, die Unternehmen hätten sich seit Beginn der Kernenergienutzung in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, den Betrieb und auch den Rückbau der Anlagen sowie die Entsorgungskosten zu übernehmen. Zugleich habe die Verantwortung für den Bau geeigneter Zwischen- und Endlagerungsstätten von Anfang an beim Bund gelegen. Doch während RWE, Eon, EnBW und Vattenfall ihrer Verpflichtung nachkämen und bereits mit Stilllegung und Abbau von Reaktoren begonnen hätten, bestehe bis heute keine Klarheit über mögliche Endlagerstandorte, was wiederum die Zwischenlagerungskosten unkalkulierbar mache.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Unerwartet eintretende politische Faktoren wie das Standortauswahlgesetz erschwerten den Konzernen eine zuverlässige Kostenplanung erheblich, sagte Eon-Finanzvorstand Michael Sen der Kommission. Er versicherte jedoch, die aktuellen Finanzreserven der Konzerne zur Finanzierung des Ausstiegs in Höhe von gut 38 Milliarden Euro seien gesichert und für die Verpflichtungen der Versorger ausreichend. Weitere Diskussionen über die nach einem „Stresstest“ auch vom Bundeswirtschaftsministerium abgesegnete Reserve schadeten durch dadurch ausgelöste Unsicherheiten am Kapitalmarkt nur den Energiekonzernen und auch der deutschen Wirtschaft.

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