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05.02.2013

04:17 Uhr

Fukushima-Betreiber Tepco

Teure Rechnung für Atomkatastrophe

VonMartin Kölling

Der Betreiber der havarierten Atomkraftwerke von Fukushima, Tepco, stürzt noch tiefer in die Misere. Saftige Strompreiserhöhungen sind wahrscheinlich der einzige Ausweg.

Ein Arbeiter räumt den Schutt am Fukushima Kraftwerk 2011. Tepco veröffentlichte das Foto erst Anfang diesen Monats. AFP

Ein Arbeiter räumt den Schutt am Fukushima Kraftwerk 2011. Tepco veröffentlichte das Foto erst Anfang diesen Monats.

TokioDer Großraum Tokio ist mit 36 Millionen Bewohnern das wirtschaftliche Herz Japans. Doch nun könnte sein Herzschlag durch erneute Strompreiserhöhungen gebremst werden. Denn selbst mit Regierungshilfe rutscht der Betreiber der havarierten Atomkraftwerke Tokyo Electric Power (Tepco) 2012 deutlich tiefer in die Verlustzone als versprochen.

Tepco verdreifachte am Montag seine Verlustprognose für das bis Ende März laufende Bilanzjahr fast auf 120 Milliarden Yen (rund eine Milliarde Euro). Denn steigende Kosten für fossile Brennstoffe machten eine mehr als zehnprozentige Strompreiserhöhung mehr als wett, erklärte Tepco am Montag in seiner Bilanz für das dritte Quartal.
Nicht einmal der Ausverkauf von Immobilien und Beteiligungen an Firmen konnten Tepco im dritten Quartal retten. Denn dem Erlös von rund acht Milliarden Euro standen Entschädigungen für die Opfer des Atomunfalls von sechs Milliarden Euro entgegen.

Tepco steht damit massiv unter Druck, neue Geldquellen aufzutreiben. Denn die Regierung hatte dem Konzern 2012 unter einer Bedingung mit einer Kapitalspritze vor der Pleite gerettet: 2013 müsse der Stromversorger wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Doch es wird immer unwahrscheinlicher, dass dies allein mit Lohnkürzungen und dem Verkauf des Tafelsilbers gelingt.
Der Grund: Tepco wird nicht wie im Sanierungsplan erhofft bereits im April seine heilen Meiler in Kashiwazaki-Kariwa, dem größten AKW-Komplex der Welt, wieder in Betrieb nehmen können. Denn die neue Atomaufsicht wird erst im Juli die neuen Sicherheitsbestimmungen für AKWs vorstellen. Damit muss Tepco weiterhin eine Atomstromlücke von fast 30 Prozent mit Strom aus konventionellen Kraftwerken füllen.

Kommentare (8)

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KFR

05.02.2013, 06:14 Uhr

Na was gleuben Sie denn, wie teure erst der deutsche Atomstrom wird... wenn die Kosten für 300-000 Lagerung der Abfälle für die "strahlende Zukunft " der Energie-Unternehmungen zu bezahlen sind ?

Account gelöscht!

05.02.2013, 06:57 Uhr

Aber dann haben die Energiekonzerne ihre Gewinne aus der Atomzeit mit den vielen Atomstromsubventionen bereits an die Aktionäre verteilt.
Es zahlen wie immer: Der Verbraucher und der Steuerzahler! Die sind für die Verluste der Wirtschaft zuständig.
Und die Alternativen wie Windkraft etc. werden zur Zeit von den schwarz-gelben Chaoten plattgemacht. Deutschland hatte ja auch mal etwas weltmarktfähiges. Aber das ist Dank CDU/FDP endlich weg.

vandale

05.02.2013, 08:08 Uhr

Gem. WNN News beträgt die letzte Schätzung der Gesamtkosten der Reaktorunfälle von Fukushima 128Mrd. $. Vermutlich liegt dem die gleiche Zahl in Yen zugrunde wie dem HB Bericht.

Wenn man die Kosten analysiert sind die grössten Blöcke die sinnlose Evakuierung die mehr Menschenleben gekostet hat als ein Verbleib der Menschen in der Zone gekostet hätte (0)*.
Hinzu kommen die Kosten für das sinnlose, grossflächige Abtragen von Erde.

Ein anderer sehr grosser Kostenblock liegt in der sinnlosen Stilllegung der verbliebenen, einsatzbereiten Kernkraftwerke.

Die Radioaktivitätswerte waren abseits einer kleinen Fläche Richtung Nordwesten nie so hoch, dass eine Evakuierung und das Abtragen von Erde gerechtfertigt war. Gem. des Präsidenten des Deutsch-Schweizerischen Fachverbandes lagen diese Anfang des Jahres etwa so hoch wie im Schwarzwald (10.03.12)**. Entsprechende Kritik wurde von der IAEA und der WHO geäussert. Der Bericht der UNSCEAR der UN Vollversammlung vorgetragen.

Insgesamt ist dies ein gewaltiger Panikschaden und so kann man analysieren wodurch dieser Panikschaden verursacht wurde.

Soweit mir bekannt wurde den Menschen kommuniziert, dass ein Reaktorunfall in Japan ausgeschlossen werden kann. Mit den Reaktorunfällen hatten Behörden und Betreiber das Vertrauen, oder Gesicht verloren. Dies führte gem. meiner Vermutung zu der Panik die letztlich einen 3-stelligen Milliardenbetrag kosten wird.

Vandale

*Gem. einer Studie der University of Tokyo im Auftrag der WHO
**Quellen wie Strahlenschutzfachleute werden in Deutschen Medien grundsätzlich nicht verwendet.

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