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28.10.2015

11:22 Uhr

Gasespezialist

Linde steckt Schwäche der Ölbranche (fast) weg

Der Gewinn von Linde verdoppelt sich annähernd. Vor allem in den USA laufen die Geschäfte rund. Alles wäre gut – wäre da nicht der Verfall des Ölpreises. Der sorgt für Einbußen in der Anlagenbausparte.

Der Münchener Industriegasekonzern bestätigt die Ziele für das Gesamtjahr. dapd

Linde-Mitarbeiter am Standort Leuna

Der Münchener Industriegasekonzern bestätigt die Ziele für das Gesamtjahr.

MünchenDas angestammte Geschäft mit Industriegasen hilft Linde über die Schwäche in der Förderbranche hinweg. Im abgelaufenen Quartal verzeichneten die Münchner binnen Jahresfrist ein Umsatzplus von rund drei Prozent auf gut 4,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn kletterte um fast die Hälfte auf 308 Millionen Euro.

„Wir verzeichnen ein stetiges Wachstum in unserer Gase-Sparte, dem mit Abstand größten Geschäftsfeld. Besonders erfreulich ist dabei die Entwicklung in den USA“, erklärte Vorstandschef Wolfgang Büchele. Die Anlagenbausparte des Traditionsunternehmens vermeldete hingegen deutliche Einbußen. Der Umsatz des Geschäftsfeldes, das vorwiegend die Petroindustrie beliefert, sackte um ein Fünftel ab, der Auftragseingang im Jahresvergleich gar um drei Viertel.

Industriegase-Hersteller: Konzernumbau bei Linde macht Fortschritte

Industriegase-Hersteller

Konzernumbau bei Linde macht Fortschritte

Der Industriegase-Hersteller Linde steckt mitten in einem Konzern-Umbau. Die Standorte Südafrika und Australien machen Fortschritte. Jetzt sollen die Geschäfte in Brasilien auf Vordermann gebracht werden.

Trotz eines Gewinnrückgangs von einem Viertel verdiente Linde mit dem Anlagenbau vor Steuern und Zinsen noch 55 Millionen Euro. Rund um den Globus leiden Industrieausrüster wie GE, ABB und Siemens zunehmend unter den Folgen des niedrigen Ölpreises. Die Förderbranche schiebt angesichts schwacher Einnahmen Investitionen in neue Technik auf die lange Bank.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Büchele seine jüngste Prognose. Demnach rechnet er mit einem Umsatz zwischen 17,9 und 18,5 Milliarden Euro. Bereinigt um Kosten für den Konzernumbau erwartet er ein Betriebsergebnis (Ebit) von bis zu 4,3 Milliarden Euro. Für das laufende Schlussquartal rechnet er mit keinen Sonderlasten für seinen Konzernumbau mehr.

Die größten Öl- und Gaskonzerne der Welt

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Jahresumsatz: 356,6 Milliarden Dollar

Platz 2

PetroChina (China)

Umsatz 2015: 329,7 Milliarden Dollar

Platz 3

Chevron (USA)

Jahresumsatz: 197,4 Milliarden Dollar

Platz 4

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Jahresumsatz: 192,1 Milliarden Dollar

Platz 5

Sinopec (China)

Jahresumsatz: 119,1 Milliarden Dollar

Platz 6

Total (Frankreich)

Jahresumsatz: 118,5 Milliarden Dollar

Platz 7

BP (Großbritannien)

Jahresumsatz: 118,35 Milliarden Dollar

Platz 8

ConocoPhillips (USA)

Jahresumsatz: 76,67 Milliarden Dollar

Platz 9

Cnooc (Hongkong)

Jahresumsatz: 63,12 Milliarden Dollar

Platz 10

Eni (Italien)

Jahresumsatz: 63 Milliarden Dollar

Quelle

Thomson Reuters/Unternehmensangaben

In den ersten drei Quartalen hatte Linde dafür 192 Millionen Euro ausgegeben. Für die Aktionäre blieb nach neun Monaten unter dem Strich ein anrechenbarer Gewinn von 860 Millionen Euro - fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Von

rtr

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