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26.02.2016

16:59 Uhr

Gaskraftwerke in Irsching

Versorger wollen mehr Geld – oder Abschalt-Erlaubnis

Gaskraftwerke rechnen sich wegen der Energiewende nicht mehr. Die Anlagen im bayerischen Irsching dürfen von den Betreibern dennoch nicht abgeschaltet werden. Die wollen für den Weiterbetrieb im Reservemodus mehr Geld.

Wegen des Verfalls der Börsenstrompreise rechnet sich der Verkauf des Stroms aus Gaskraftwerken am Markt kaum noch. dpa

Gaskraftwerk Irsching

Wegen des Verfalls der Börsenstrompreise rechnet sich der Verkauf des Stroms aus Gaskraftwerken am Markt kaum noch.

Düsseldorf/BayreuthDie Eigentümer der Gaskraftwerke im bayerischen Irsching fordern vor Gericht mehr Geld für den Weiterbetrieb ihrer Anlagen zur Sicherung der Stromversorgung. Wenn ihnen das verwehrt wird, wollen sie wenigstens das Recht zugesprochen bekommen, die Anlagen vorübergehend stillzulegen, um Kosten zu sparen.

Der Düsseldorfer Uniper-Konzern (früher Eon) und die Versorger Entega (Darmstadt), Mainova (Frankfurt) und N-ergie (Nürnberg) haben dazu am Freitag zwei getrennte Klagen bei den Landgerichten Bayreuth und Düsseldorf eingereicht. Die Klage richtet sich gegen den Übertragungsnetzbetreiber Tennet in Bayreuth. Es geht um die beiden Irsching-Kraftwerksblöcke 4 und 5 mit zusammen knapp 1400 Megawatt Leistung.

Wegen des Verfalls der Börsenstrompreise rechnet sich der Verkauf des Stroms aus Gaskraftwerken am Markt kaum noch. Die Konzerne hatten deshalb im März 2015 die vorübergehende Abschaltung zum 1. April 2016 beantragt. Dies hatte Tennet im September aber untersagt, weil die Kraftwerke für die Stromversorgung in Bayern systemrelevant seien. Die Kraftwerke laufen derzeit im Reservebetrieb, wurden 2015 aber nur wenige Stunden abgerufen.

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Uniper-Vorstand Eckhardt Rümmler betonte, die Kosten der Anlagen rechneten sich nicht. Das sei ein Eingriff in das Eigentumsrecht der Betreiber. Branchenkreisen zufolge fehlt allein Uniper eine niedrige bis mittlere Millionensumme pro Jahr und Kraftwerksblock zur Rentabilität.

Tennet kündigte an, die Klagen zu prüfen. Das Unternehmen betonte in einer Mitteilung, es hoffe auf eine rasche Regelung sowie detaillierte Vorgaben der Regulierungsbehörde.

Mit der Klage wollen die Konzerne offensichtlich auch politischen Druck ausüben. In Berlin steht eine Neufassung des Energiewirtschaftsgesetzes kurz vor der Verabschiedung. Die Finanzierung von Kraftwerken im Reservestand reicht darin aus Sicht der Industrie nicht aus.

Von

dpa

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