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02.02.2013

14:04 Uhr

Gaslieferverträge

RWE strebt schnelle Einigung mit Gazprom an

Der Streit mit dem russischen Energieriesen über Gaslieferverträge soll innerhalb der nächsten fünf Monate beigelegt werden. RWE zahlt aufgrund langfristiger Verträge mehr für das Gas als die eigenen Kunden.

Essener Zentrale des Konzerns. dpa

Essener Zentrale des Konzerns.

FrankfurtDer Energiekonzern RWE erwartet im Streit um Gaslieferverträge eine Einigung mit der russischen Gazprom in den kommenden fünf Monaten. "Wir rechnen damit, dass es zu einer Lösung in der ersten Jahreshälfte kommt", sagte Finanzvorstand Bernhard Günther der "Börsen-Zeitung" (Samstagsausgabe). RWE hatte bisher eine Lösung bis Ende 2013 angestrebt. Günther rechnet mit Kompensationszahlungen für den Zeitraum seit dem Frühjahr 2010. "Bei der Kompensation von Gazprom geht es also nicht um Kleingeld, sondern um eine substanzielle Summe, die wir erwarten könne", machte er deutlich. Der Essener Versorger muss nach eigener Darstellung wegen der langfristigen Bezugsverträge für Gas von Gazprom mehr zahlen, als er den eigenen Kunden wegen der inzwischen gefallenen Spotmarktpreise berechnen kann.

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Außerdem will RWE seine Ausgaben kürzen, um beim Schuldenabbau besser voranzukommen. "Wir denken hier über weitere Einschnitte bei den Investitionen nach", sagte Günther. Eine Senkung der Ausgaben auf vier bis fünf Milliarden Euro pro Jahr sei ohnehin geplant gewesen, aber nun erwäge RWE, diese Summe noch einmal zu reduzieren.

Den Versorgern in Deutschland macht die Energiewende zu schaffen. RWE hat sich bereits vorgenommen, 2013 und 2014 eine Milliarde Euro zusätzlich einzusparen. Günther kündigte an, dass die Kostensenkungen nach dem Ende dieses Sparprogramms weiter laufen werden. "Man kann heute nicht mehr sagen, man krempelt bis Ende 2014 die Ärmel hoch und das war es dann. Es geht immer weiter."

Um den Schuldenberg abzubauen, will sich RWE auch von verschiedenen Geschäften trennen. Zum Verkauf steht etwa die tschechische Gasnetztochter NET4GAS. Hier sei der Verkaufsprozess schon weit fortgeschritten, sagte Günther, ohne konkrete Namen nennen zu wollen. Es bestehe aber großes Interesse.

Zum Geschäftsverlauf 2012 wollte sich der Finanzchef nicht näher äußern. Er stellte aber klar: "Es gibt überhaupt keinen Grund vom bisherigen Ausblick abzuweichen", sagte Günther dem Blatt.

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Von

rtr

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