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17.06.2014

18:09 Uhr

Gasstreit mit Ukraine

Wintershall stellt sich hinter Gazprom

ExklusivDie Ukraine muss aus Lieferungen von Gazprom vorerst verzichten. Das deutsche Unternehmen Wintershall unterstützt die Haltung der Russen. Die Ukraine müsse erst ihre Milliardenschulden begleichen.

Wintershall will an seinem Tauschgeschäft mit Gazprom festhalten. Auch in der Ukraine-Krise halten die Deutschen zu ihrem russischen Partner. dpa

Wintershall will an seinem Tauschgeschäft mit Gazprom festhalten. Auch in der Ukraine-Krise halten die Deutschen zu ihrem russischen Partner.

MoskauDer deutsche Öl- und Gasförderer Wintershall unterstützt die harte Haltung des russischen Energieriesen Gazprom im Streit mit der Ukraine über unbezahlte Gasrechnungen. „Natürlich muss die Ukraine ihre Milliardenschulden bei Gazprom zurückzahlen. Sie muss künftig eine bessere Zahlungsmoral zeigen, sonst werden andere Unternehmen auch zögerlich sein, Erdgas zu liefern“, sagte Vorstandschef Rainer Seele dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) in Moskau. „Es muss so schnell wie möglich eine Lösung im Gasstreit mit der Ukraine her“, sagte der Chef der BASF-Tochter, der auch Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer in Moskau ist.

Wintershall baut weiter auf den Standort Russland. „Auch in diesen schwierigen Zeiten stehen wir fest zum Investitionsstandort Russland“, sagte Seele. Die BASF-Tochter tritt dafür ein, dass die Ukraine ihre Schulden bei Gazprom begleicht. „Die Ukraine kann sich nicht leisten, vertragsbrüchig zu sein. Was oft vergessen wird: Gazprom zahlt für die Durchleitung des Gases durch die Ukraine nach Europa“, sagte Seele.

Der Kasseler Öl- und Gas-Konzern will mit Gazprom Anteile tauschen. Trotz der Krise hält Wintershall daran fest, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Der Tasuch werde Mitte dieses Jahres erwartet, auch unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Lage, erklärte eine Wintershall-Sprecherin am Dienstag. Der Mutterkonzern von Wintershall, der Chemieriese BASF, und Gazprom hatten im Dezember den abschließenden Vertrag unterzeichnet. In Kraft treten soll das Tauschgeschäft dann rückwirkend zum 1. April 2013. BASF und der russische Staatskonzern hatten vereinbart, dass Wintershall das hiesige Gashandels- und Gasspeichergeschäft vollständig an Gazprom abgibt. Dafür erhält BASF im Gegenzug mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien.

Die BASF-Tochter ist seit rund einem Jahrhundert in Russland aktiv und fördert dort gemeinsam mit Gazprom Öl- und Gas, unter anderen in Sibirien und in der Wolga-Region. Zuletzt erwirtschaftet der Konzern bei Erlösen von 14,8 Milliarden Euro einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 2,5 Milliarden Euro. Im Zeitraum 2013 bis 2018 will der Kasseler Konzern eine halbe Milliarde Euro in Russland investieren. Wintershall förderte im vergangenen Jahr weltweit 132 Millionen Barrel Öl und Gas. Ende 2015 sollen es 160 Millionen Barrel sein.

Von

hps

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

17.06.2014, 19:17 Uhr

Wintershall ist auch an Southstream beteiligt, einem Pipeline-Unternehmen, an dem 3 Europäische Großunternehmen insgesamt 50 Prozent der Anteile halten (Gasprom den Rest), und das gerade von den Amerikanern via ihrer Lieblings-Vasallen, der EU-Kommission blockiert wird (ja, für ihre "Freunde", das US-Regime schießen sich die dummen und korrupten Führer der EUdSSR doch gerne selbst ins Knie - es ist ein offenes Geheimnis, daß die EUdSSR in Wirklichkeit ein US-Konstrukt ist).

Die Amerikaner wollen nämlich keine Umgehung der Ukraine, die sie mit ihrer Nuland-Putschregierung aus Nazis und US-ausgebildeten Vasallen völlig beherrschen und mit der sie den Gaszufluß in die EU kontrollieren können (das andere Transitland, Polen haben sie ebenfalls in der Tasche - so daß derzeit nur Nordstream vom US-Einfluß frei bleibt, ein Projekt, das die USA in der Vergangenheit auch auf der ganzen Linie zu sabotieren versuchte).

Der ganze "Gasstreit", provoziert, aufgebauscht und am Köcheln gehalten vom US-Kiew-Putsch-Regime, wird zu Lasten der Ukraine und der EU geführt, damit die US-Junta eine sich anbahnende eurasische Wirtschaftszone (was wirklich Sinn machen würde, von China bis zum Atlantik) im Sinne von "Teile und Herrsche" spalten kann, bevor sie überhaupt erst aufgebaut werden kann. Wir sollten uns deshalb also auf einen sehr langen Streit einstellen. EGAL wie entgegenkommend oder großzügig Rußland bzgl der Bezahlung künftig sein mag, es wird den Ukraine Putschisten NIE reichen, denn deren Herren wollen den Streit.

Bleibt zu hoffen, daß Wintershall und Konsorten die beteiligten Länder wie z.B Bulgarien überzeugen können, die EU-Kommission und den Druck unserer "Freunde" aus Washington zu ignorieren und Southstream so bald wie möglich online gehen lassen.

Account gelöscht!

18.06.2014, 21:31 Uhr

...denn heute gehört uns die Krim, und morgen ...

Das Wort 'Krim' taucht auf der ganzen Seite nicht einmal auf, inclusive des damit geklauten Öls und Gases! Wer schuldet hier wirklich wem wieviel???

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