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11.10.2013

14:33 Uhr

Gazprom fordert Nachzahlung

Sibirisches Gas könnte für Eon und BASF teurer werden

Weil der Gasvorrat größer ist als erwartet, wird das riesiges Gasfeld Juschno Russkoje in Sibirien für Eon und BASF eventuell teurer. Derzeit laufen Gesprächen mit Gazprom über die bestehenden Verträge.

Eon-Logo vor dunklen Wolken. Gazprom fordert von den deutschen Partnern Eon und BASF eine Nachzahlung von mehr als einer Milliarde Euro. dpa

Eon-Logo vor dunklen Wolken. Gazprom fordert von den deutschen Partnern Eon und BASF eine Nachzahlung von mehr als einer Milliarde Euro.

DüsseldorfEon und BASF droht im Russland-Geschäft ein teures Nachspiel. Die deutschen Konzerne verhandeln mit dem Partner Gazprom über die Bewertung ihrer milliardenschweren Beteiligung an einem riesigen Gasfeld in Sibirien, da die Reserven dort womöglich höher sind, als bislang angenommen. Eon-Chef Johannes Teyssen erwartet keine rasche Einigung. "Wir sind weit davon entfernt, dieses Feld neu zu bewerten", sagte der Manager der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in Brüssel.

Die Gespräche zu dem Gasfeld Juschno Russkoje stünden noch ganz am Anfang. "Vieles ist Wunschdenken", ergänzte er. "Alles was man dazu hört, sind Diskussionen, wie groß diese Reserven sind." Das Handelsblatt hatte berichtet, dass Gazprom wegen unerwartet hoher Gasreserven in dem Feld eine Nachzahlung von mehr als einer Milliarde Euro fordere.

Auch BASF äußerte sich zurückhaltend. "Bezüglich einer Aussage zu möglichen Ausgleichzahlungen sind wir vertraglich zur Geheimhaltung verpflichtet." Der Ludwigshafener Chemieriese schätze die Gasreserven in dem Feld auf mehr als 600 Milliarden Kubikmeter. Für einen Teil des Feldes sei allerdings erst nach Abschluss einer Testphase eine Beurteilung möglich. Gazprom bestätigte am Freitag lediglich, in Gesprächen über ein Neubewertung zu sei. Der Chef von Juschno Russkoje hatte allerdings bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass Eon und BASF Kompensationszahlungen leisten müssten. Hierzu gebe es klare Regelungen der Vertragspartner.

BASF war 2007 über einen Tausch von Unternehmensanteilen bei Juschno Russkoje eingestiegen, der Versorger Eon sicherte sich 2009 einen Anteil. Beide Unternehmen sind mit knapp einem Viertel beteiligt. Der Einstieg war ein Milliardendeal. So hatte Eon etwa im Gegenzug zugunsten von Gazprom seine Beteiligung an dem russischen Energieriesen um drei Punkte auf 3,5 Prozent verringert. Das abgegebene Paket hatte einen Marktwert von knapp vier Milliarden Euro. Die Vereinbarung mit BASF sah vor, dass die Russen ihre Beteiligung an der gemeinsamen Tochter Wingas aufstocken konnten.

Bei der Vertragsunterzeichnung waren die Gasreserven von Juschno Russkoje auf mehr als 600 Milliarden Kubikmeter beziffert worden - das Sechsfache des deutschen Jahresverbrauchs. Dem "Handelsblatt" zufolge wurden diese Reserven neu bewertet und jetzt auf 790 Milliarden Kubikmeter geschätzt. Eine hohe Nachzahlung können die beiden Dax-Konzerne derzeit kaum gebrauchen. Eon kämpft bereits mit den Einbußen durch die gefallenen Strom-Großhandelspreise, dem beschleunigten Atomausstieg und einem lange Zeit ohnehin schwächelndem Gasgeschäft.

Die DZ-Bank-Analysten raten, mögliche Kompensationszahlungen nicht überzubewerten. Schließlich stünden diesen dann ein höherer Wert des Feldes gegenüber. Das Gas aus Juschno Russkoje strömt auch durch die über tausend Kilometer lange Ostsee-Pipeline, die von Russland nach Deutschland verläuft. Partner von Gazprom sind auch hier Eon und BASF.

Von

rtr

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

11.10.2013, 10:41 Uhr

Ist eigentlich unser Bundeskanzler a.D. an diesen Gesprächen beteiligt? Auf Seiten von Gazprom oder auf Seiten von EON? Wer weiß Bescheid?

Account gelöscht!

11.10.2013, 11:25 Uhr

Egal, Strompreis erhöhen und laut verkünden, dass EEG sei Schuld.
Dann Personal abbauen, Standorte schließen, Off-Shore Windparks bauen und mit Erdgas betreiben.
eon Management - einfach unbezahlbar!

Account gelöscht!

11.10.2013, 12:25 Uhr

Niemand kann 10 Jahre voraussehen. Deshalb sollte auch niemand tausendjährige Verträge mit der russischen Mafia abschliessen - und sich dann noch über das Fernsehen ("Tagesschau") dieser Verträge wegen rühmen. Die verantwortlichen Managern bei EON, RWE und Co gehören allesamt nach Wladiwostok geschickt - für immer.

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