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07.09.2015

18:08 Uhr

General Electric

EU billigt Kauf von Alstom-Energiesparte

Der US-Konzern General Electric darf wesentliche Teile der Energiesparte des französischen Konzerns Alstom kaufen. Die EU hat das Geschäft gebilligt. Alstom will sich künftig auf die Transportsparte konzentrieren.

Der französische Konzern Alstom verkauft sein Gasturbinengeschäft an General Electric und bildet bei Stromnetzen, erneuerbaren Energien und Dampfturbinen, die teils bei Atomkraftwerken zum Einsatz kommen, drei Joint Ventures mit dem US-Konzern. Reuters

Alstom

Der französische Konzern Alstom verkauft sein Gasturbinengeschäft an General Electric und bildet bei Stromnetzen, erneuerbaren Energien und Dampfturbinen, die teils bei Atomkraftwerken zum Einsatz kommen, drei Joint Ventures mit dem US-Konzern.

New YorkDie Europäische Union hat den Verkauf wesentlicher Teile der Energiesparte des französischen Konzerns Alstom an den US-Konzern General Electric (GE) gebilligt.

Um die Genehmigung zu erhalten, habe GE zuletzt noch Zugeständnisse machen müssen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Quelle am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Die EU hatte demnach Bedenken, dass das Geschäft mit einem Volumen von zwölf Milliarden Dollar (knapp 10,8 Milliarden Euro) zu einer übermäßigen Konzentration auf dem Markt für Gasturbinen führen könnte. Eine offizielle Verlautbarung ist den Angaben zufolge für Dienstag zu erwarten.

Alstom verkauft sein Gasturbinengeschäft an GE und bildet bei Stromnetzen, erneuerbaren Energien und Dampfturbinen, die teils bei Atomkraftwerken zum Einsatz kommen, drei Joint Ventures mit dem US-Konzern. Künftig will sich Alstom auf die Transportsparte konzentrieren.

Was GE mit Alstom vorhat

Das GE-Gebot

Der US-Industriekonzern bewertet das Alstom-Energie- und Netzgeschäft mit 12,35 Milliarden Euro. Doch anders als ursprünglich geplant werden die gewünschten Teile nicht komplett bei General Electric landen – teilweise wird es auch Joint-Ventures geben.

Staatsbeteiligung

Die französische Regierung steigt parallel zum GE-Angebot bei Alstom ein. Der Staat übernimmt 20 Prozent, die zuvor dem Konzern Bouygues gehalten hat. Laut Vereinbarung kann Paris binnen 20 Monaten nach Abschluss der geplanten Operationen bis zu 20 Prozent der Alstom-Anteile von Bouygues oder am Markt erwerben. Kauft die Regierung direkt bei Bouygues, sind der Marktwert oder mindestens 35 Euro pro Aktie fällig. Gleichzeitig räumt Bouygues der Regierung bereits mit Abschluss der geplanten Kooperation 20 Prozent der Stimmrechte bei Alstom ein.

Was bei Alstom verbleibt

Zu 100 Prozent behält Alstom das Bahngeschäft. Die Sparte baut etwa Nahverkehrszüge, aber auch den Schnellzug TGV. Die Sparte macht jährlich 6,2 Milliarden Euro Umsatz und zählt 28.200 Mitarbeiter.

Es wird eine globale Kooperation im Vertrieb mit GE geben und einen gemeinsamen Einkauf. In einzelnen Ländern wird Alstom GE-Diesellokomotiven fertigen.

Das Gegengeschäft

Alstom übernimmt im Zuge der Transaktion das Geschäft mit Signaltechnik von General Electric und stärkt damit das Eisenbahngeschäft. Die Sparte erzielt jährlich einen Umsatz von 400 Millionen Euro und beschäftigt etwa 1200 Mitarbeiter.

Was komplett an GE geht

Die Amerikaner integrieren die – auch bei Siemens heiß begehrten – Gasturbinen, die in effizienten Kraftwerken zum Einsatz kommen.

Was GE in Joint-Venture einbringt

Mit der komplexen Transaktion entstehen drei Joint-Venture (jeweils 50% Alstom und 50% GE):
- Netztechnik (bestehend aus den Segmenten „Alstom Grid“ und „GE Digital Energy“)
- Erneuerbare (bestehend aus Wasserkraftwerktechnik und Offshore-Windkraft)
- Nukleartechnik (weltweit) und Dampfturbinen (Frankreich-Geschäft)

Die französische Regierung hatte Anfang November grünes Licht für den Verkauf gegeben, im Dezember folgten die Alstom-Aktionäre. In der Bieterschlacht um Alstom hatte sich GE zuvor gegen Siemens und den japanischen Konzern Mitsubishi Heavy Industries durchgesetzt.

Von

afp

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