Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.03.2013

21:11 Uhr

Gesicherte Finanzierung

Eon-Übernahme in Thüringen rückt näher

Viele Wochen wurde verhandelt, jetzt sind die letzten Hürden genommen: Die Übernahme des Regionalversorgers Eon Thüringen durch die Kommunen kann über die Bühne gehen. An der Übernahme beteiligen sich fünf Banken.

In der Zentrale von Eon scheint man sich vom Geschäft in Thüringen zu trennen. dpa

In der Zentrale von Eon scheint man sich vom Geschäft in Thüringen zu trennen.

Weimar/ErfurtDer Weg für die mehrheitliche Übernahme des Strom- und Gasversorgers Eon Thüringer Energie AG durch die Kommunen ist nach wochenlangem Tauziehen frei. Am Montag wurden die Kreditverträge für das kommunale Großprojekt unterschrieben. Wenige Stunden später genehmigte das Landesverwaltungsamt in Weimar das Finanzierungspaket der Kommunen.

Der für die Übernahme gegründete Kommunale Energiezweckverband könne die notwendigen Kredite mit einem Gesamtvolumen von 946,5 Millionen Euro aufnehmen, teilte das Landesverwaltungsamt mit. Damit kann nun der Kaufpreis bezahlt werden. Der Eon-Konzern hatte den Thüringer Kommunen, die bereits an dem Unternehmen beteiligt sind, seine Regionaltochter zum Kauf angeboten.

Nach Angaben des Vorsitzenden des Kommunalen Energiezweckverbandes (KET), Frank Rostek, beteiligen sich fünf Banken an der Finanzierung, darunter auch die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die Landesbank hatte zunächst Bedenken angemeldet und höhere Sicherheiten als andere Banken verlangt.

Die Höhe der Darlehensverträge mit den einzelnen Banken sei nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgt, sagte Rostek. Einer der größten Kreditgeber ist nun die Thüringer Aufbaubank. Die Förderbank des Landes hatte das Darlehensvolumen für den KET in der vergangenen Woche von 200 Millionen auf 300 Millionen Euro aufgestockt.

Nach dpa-Informationen ist die Helaba nur mit einem vergleichsweise kleinen Betrag an der Finanzierung der Eon-Übernahme beteiligt. Er soll sich in der Größenordnung von etwa 50 Millionen Euro bewegen. Die KfW als Förderbank des Bundes soll 274 Millionen Euro finanzieren - ausschließlich für den Erwerb von Aktien der Eon Thüringer Energie AG durch die Kommunen. Zudem beteiligen sich die DKB und die Commerzbank an dem Energie-Großprojekt.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Der Kaufpreis der Eon-Anteile für die im Energiezweckverband zusammengeschlossenen Kommunen beträgt rund 546 Millionen Euro. Zudem müssen sie Kredite in Höhe von 400 Millionen Euro übernehmen. Bis zum Abschluss des Geschäfts, das sich um fast drei Monate verzögert hat, zahlen die Kommunen täglich 82 000 Euro Zinsen an Eon. Letztlich sollen knapp 85 Prozent der Aktien von Eon Thüringen von den Kommunen gehalten werden. Für rund 15 Prozent hat die Thüga AG (München) ihr Interesse angemeldet.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×