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15.05.2013

09:44 Uhr

Größerer Quartals-Verlust

Salzgitter baut Stellen ab

Die Stahl-Krise hat den zweitgrößten deutschen Stahlkonzern Salzgitter weiter fest im Griff. Für das laufenden Jahr rechnet die Unternehmensführung mit steigenden Verlusten. Um gegenzusteuern, werden Stellen abgebaut.

Ein Mitarbeiter der Salzgitter AG vor einem Hochofen. Der Konzern schreibt hat im ersten Quartal 2013 mehr als 16 Millionen Euro Verlust gemacht. dpa

Ein Mitarbeiter der Salzgitter AG vor einem Hochofen. Der Konzern schreibt hat im ersten Quartal 2013 mehr als 16 Millionen Euro Verlust gemacht.

DüsseldorfDeutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter kommt nicht aus den roten Zahlen heraus. Abermals konnte sich das Unternehmen der anhaltenden Strukturkrise in der Branche nicht entziehen. Im ersten Quartal 2013 schrieb Salzgitter unter dem Strich einen Verlust von 16,6 Millionen Euro, vor Jahresfrist waren es noch 15,5 Millionen Euro, wie Salzgitter am Mittwoch mitteilte. Und auch für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit roten Zahlen. Damit steigt der Druck auf die Sparbemühungen des Konzerns mit seiner 25 400 Menschen großen Gesamtbelegschaft. Der Konkurrent und Branchenprimus hierzulande, ThyssenKrupp, will schon Tausende Stellen streichen. Auch Salzgitter will mit dem Abbau von Stellen das Ruder herumreißen. Details will der Konzern zur Jahresmitte nennen.

„Die durchgreifende wirtschaftliche Belebung der Euro-Zone lässt weiter auf sich warten“, beklagte der Stahlkonzern. Die Kunden halten sich angesichts der unsicheren Konjunkturentwicklung mit Bestellungen zurück. Salzgitter musste von Januar bis März Verluste von 15,8 (Vorjahr: minus 19,6) Millionen Euro vor Steuern verkraften. Der Umsatz schrumpfte auf 2,4 (2,6) Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Salzgitter weiter einen mittleren zweistelligen Millionenverlust vor Steuern. Doch damit nicht genug: Sonderkosten für den geplanten Stellenabbau könnten zusätzlich zu Buche schlagen. Zudem gebe es weitere Unsicherheiten im Geschäftsverlauf.

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In der Quartalsbilanz hießt es: „Die Belebung der Stahlnachfrage zu Jahresbeginn erwies sich als nicht nachhaltig; die erneut einsetzende Schwäche der Absatzpreise konnte von der zögerlich verlaufenden Ermäßigung der Rohstoffkosten nicht kompensiert werden.“

Zwar minderte Salzgitter mit einem Vorsteuerergebnis von minus 34 Millionen Euro die Verluste im Kerngeschäftsfeld Stahl – vor einem Jahr standen dort noch 52 Millionen Euro Minus. Diese Tendenz sei aber nicht nachhaltig, heißt es im Zwischenbericht. Denn das zu Jahresanfang leicht bessere Auftrags- und Umsatzniveau resultiere vor allem daraus, dass die zum Jahresende aggressiv geleerten Lager nun wieder aufgefüllt wurden. „Von den meisten Stahlverarbeitern kamen hingegen kaum Impulse. So ging die Produktion im Automobil- wie auch im Maschinenbau im ersten Quartal zurück; die Bauwirtschaft litt unter dem langen Winter“, klagte Salzgitter im Segmentbericht Stahl. Der Quartalsumsatz sank um gut sechs Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Mehrmals weist der Zwischenbericht auf Probleme der Peiner Träger GmbH hin. Dort arbeiten laut früheren Angaben 1100 Mitarbeiter und mehrere hundert Leiharbeiter. Salzgitter kündigte an, die Inhalte des Sparprogramms „Salzgitter AG 2015“ bis zur Jahresmitte festzulegen. „Damit hat sich der Konzern die Aufgabe gestellt, die (...) Prozess- und Aufbauorganisation des Salzgitter-Konzerns umfassend auf den Prüfstand zu stellen und – wo nötig – anzupassen“, lautet der Plan.

Parallelen gibt es beim angeschlagenen Konkurrenten ThyssenKrupp, der am Mittwoch mitteilte, sein Sparprogramm zu verschärfen und 3000 Jobs in der Verwaltung zu streichen – davon rund 1500 in Deutschland.

In Salzgitters Ausblick heißt es, dass auf Europas Stahlmarkt kein Ende der „schwerwiegenden Strukturkrise“ in Sicht sei. Insbesondere Hersteller aus Südeuropa hätten oft Überkapazitäten in einem „eklatanten Missverhältnis zur europäischen Nachfrage“. Das verderbe die Preise. Hohe Rohstoff- und Energiekosten täten ihr Übriges.

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