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03.06.2013

18:00 Uhr

Großvertrag mit Kanada

Eon sichert sich neue Gasquelle

Eon verhandelt schon lange mit der russischen Gazprom über Preisnachlässe. Nun haben die Düsseldorfer einen neuen Trumpf im Ärmel: Flüssiggas aus Kanada.

Eon setzt auf Flüssiggas aus Kanada. dpa

Eon setzt auf Flüssiggas aus Kanada.

DüsseldorfDeutschlands größter Energiekonzern Eon hat einen neuen Gaslieferanten: Von 2020 an bezieht der Konzern rund 6,5 Milliarden Kubikmeter verflüssigtes Gas (LNG) pro Jahr von dem kanadischen Unternehmen Pieridae Energy, bestätigte ein Eon-Sprecher eine entsprechende Mitteilung der Kanadier. Der Eon-Sprecher nannte den Vertrag mit einem geschätzten Volumen von mehreren Milliarden Euro pro Jahr einen „Meilenstein in der Diversifizierung“ des Unternehmens.

Der Großabschluss soll Eon weniger abhängig von Gasimporten unter anderem aus Russland machen. Der deutsche Konzern verhandelt seit Jahren mit den Russen über deren langlaufende Lieferverträge mit Preisfestlegungen. Zum Teil hat Eon dabei bereits deutliche Preisnachlässe erreicht. „Wir versuchen aber weiter, die Preise von Gazprom näher an die Spotmarktpreise heranzuführen“, sagte der Eon-Sprecher.

Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Kanada-Geschäft und den Verhandlungen mit dem russischen Staatsunternehmen gebe es aber nicht, betonte der Sprecher. Eon wolle sich schlicht in der Beschaffung breiter aufstellen.

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Das kanadische Gas soll über einen neuen Terminal an der kanadischen Ostküste geliefert werden. Der Terminal muss noch gebaut werden. Er soll ab 2020 zur Verfügung stehen. Für die Entladung kämen mehrere Häfen in Europa infrage, darunter Rotterdam, sagte der Eon-Sprecher. Das Gas werde in ganz Europa angeboten. Möglicherweise würden die Schiffe auch je nach Bestimmungsort an verschiedenen Häfen entladen und das Gas ins Netz eingespeist. In Deutschland selbst verfüge Eon bisher über keinen LNG-Terminal.

Die Menge entspricht gut 7 Prozent des jährlichen Gasverbrauchs in Deutschland. Es sei das erste transatlantische Flüssiggasgeschäft dieses Volumens, sagte der Sprecher.

Von

dpa

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