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08.08.2013

12:23 Uhr

Halbjahresbericht

SMA Solar schreibt rote Zahlen

Das erste Halbjahr ist für SMA Solar alles andere als gut gelaufen. Der Umsatz brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte ein. Unternehmenschef Urbon macht wenig Hoffnung auf Besserung.

Mitarbeiter des Solartechnikherstellers SMA überwachen in der Produktionshalle in Kassel den Spannungstest an Wechselrichtern. dpa

Mitarbeiter des Solartechnikherstellers SMA überwachen in der Produktionshalle in Kassel den Spannungstest an Wechselrichtern.

NiestetalDie Solarkrise hat den Wechselrichter-Hersteller SMA Solar weiter fest im Griff. Im ersten Halbjahr 2013 brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent auf 461,5 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel am Donnerstag mitteilte.

Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) entstand ein Verlust von 23,3 Millionen Euro nach 83,7 Millionen Euro Gewinn in der Vorjahreshälfte. Der Markt sei von steigendem Wettbewerbsdruck und erheblichem Preisverfall gekennzeichnet, erklärte das TecDax-Unternehmen.

Der Niedergang der deutschen Solarindustrie

13. Dezember 2011

Das Berliner Solarunternehmen Solon ist pleite. Die Aktiengesellschaft verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon im März aus der Insolvenz. 433 von 471 Arbeitsplätzen in Berlin bleiben zunächst erhalten, der Standort Greifswald wird geschlossen. Für 2013 sieht das Unternehmen wieder Chancen auf einen Gewinn.

21. Dezember 2011

Der Erlanger Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium beantragt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das im Februar 2012 eröffnet wird. Die Aktiengesellschaft mit 60 Mitarbeitern ist auf Solarthermie-Technik spezialisiert.

3. April 2012

Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit einst 1300 Jobs am Stammsitz galt lange als Sonnenstrahl in Sachsen-Anhalt. Ende August wird das Unternehmen vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

17. April 2012

Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist für die Beschäftigten der letzte reguläre Arbeitstag. Bis spätestens Ende Mai 2013 verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Die Suche nach Investoren läuft aber weiter.

25. Juni 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

10. Juli 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

21. August 2012

Die Solarfirma Sovello in Sachsen-Anhalt stellt nach erfolgloser Investorensuche die Produktion ein. Den noch rund 1000 Mitarbeitern wird endgültig gekündigt. Sovello war eine Abspaltung des Ex-Weltmarktführers Q-Cells und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Mitte Februar will der Insolvenzverwalter die Maschinen und das sonstige Inventar der Firma versteigern.

6. September 2012

Die EU-Kommission leitet ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

18. Oktober 2012

Der Solartechnikhersteller SMA Solar will sich von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen. Denn für 2013 wird mit einem kräftigen Rückgang des Umsatzes gerechnet. Der nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei sogenannten Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solarstromanlagen, hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen.

23. Januar 2013

Der Technologieriese Bosch gibt bekannt, dass seine ab dem Jahr 2008 teuer aufgebaute Sonnenenergiesparte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust eingefahren hat. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehenden Konzerns sei entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen (2011: 2,7 Mrd Euro). Das Traditionsunternehmen kündigt eisernes Sparen an. Zentraler Standort der Solartochter ist Thüringen. Bosch Solar Energy hatte nach aktuellsten Angaben des Konzerns mit Stand vom Dezember 2012 weltweit rund 3200 Mitarbeiter.

24. Januar 2013

Die Krise der Solarbranche bringt auch Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Das einstige Vorzeigeunternehmen teilt mit, dass mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt gesprochen werden solle. Es kommt auch zu weiteren Stellenstreichungen.

5.Juli 2013

Nachdem das Hamburger Solarunternehmen Conergy seit Jahren Verluste schrieb, meldete es am 5. Juli schließlich Insolvenz an. Bis zuletzt hatte das Unternehmen auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte.

Bereits Anfang Juli hatte Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon für das zweite Quartal einen erneuten Umsatzeinbruch angekündigt. Demnach erwartet er Erlöse von 240 bis 280 Millionen Euro nach 429 Millionen Euro vor Jahresfrist. Zudem sei sogar ein Verlust in gesamten Geschäftsjahr möglich. Das Unternehmen kündigte bereits umfangreiche Stellenstreichungen an. So sollen bis Ende kommenden Jahres weitere 700 Vollzeitstellen gestrichen werden. Das Unternehmen beschäftigte im ersten Halbjahr noch gut 5600 Mitarbeiter.

Mittlerweile verkauft SMA mehr als zwei Drittel seiner Produkte ins Ausland, im ersten Halbjahr 2012 waren es noch 53,7 Prozent. Zu den wichtigsten Märkten gehörten USA, Japan, Australien und Thailand. Zwischen April und Ende Juni sank der Umsatz um 42 Prozent auf 249,2 Millionen Euro. Der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag bei 14,8 Millionen Euro.

SMA – ehemals mit rund 60 Prozent Marktanteil unangefochtene Nummer eins der Branche – muss sich nicht nur gegen wachsende Konkurrenz stemmen, sondern auch gegen den Preisverfall, der die gesamte Solarbranche in die Knie zwingt. Ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. „Wir gehen von einer länger anhaltenden Konsolidierungsphase in der Solarbranche aus“, sagte Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon.

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