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26.07.2013

11:27 Uhr

Halbjahresbilanz

EnBW sackt weiter ab

Das lange Zögern des Konzerns gegenüber Erneuerbaren Energien trifft EnBW heute hart. Atomkraftwerke mussten vom Netz, bei Investitionen in Regenerative hat der Konzern Nachholbedarf. Doch die Wende soll kommen.

Das Stopp-Schild war lange Programm, Zukunftsinvestitionen bei EnBW Fehlanzeige: Zumindest Teile des Atomkraftwerks Philippsburg von EnBW sind zwar noch am Netz, doch besonders tolle Perspektiven hat auch dieser Reaktor nicht mehr. Bis 2022 müssen alle AKW abgeschaltet werden. dpa

Das Stopp-Schild war lange Programm, Zukunftsinvestitionen bei EnBW Fehlanzeige: Zumindest Teile des Atomkraftwerks Philippsburg von EnBW sind zwar noch am Netz, doch besonders tolle Perspektiven hat auch dieser Reaktor nicht mehr. Bis 2022 müssen alle AKW abgeschaltet werden.

StuttgartDie gesunkenen Großhandelspreise für Strom machen dem Versorger EnBW weiter zu schaffen. Nicht einmal das kräftige Umsatzwachstum um fast zehn Prozent auf 10,6 Milliarden Euro verhalf dem Branchendritten nach E.ON und RWE im ersten Halbjahr 2013 zu einem Gewinnanstieg, wie EnBW am Freitag bei der Vorlage der Geschäftszahlen mitteilte. Der Konzernüberschuss brach um 65 Prozent auf 190,5 Millionen Euro ein, da die steigende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien für eine Talfahrt der Strompreise an den Börsen sorgt. Zudem musste EnBW höhere Kosten als erwartet für die auslaufende Atomkraft schultern, drei Meiler sollen abgerissen werden.

Auch beim operativen Ergebnis verlor der Karlsruher Konzern mit noch knapp 20.000 Beschäftigten, allerdings etwas weniger stark als beim Überschuss. „Wir sind daher zuversichtlich, dass wir Ende des Jahres im vorhergesagten Korridor landen und ein um Sondereffekte bereinigtes Adjusted Ebitda erzielen werden, das fünf bis zehn Prozent unter dem Vorjahr liegt“, bekräftigte Finanzchef Thomas Kusterer.

Der drittgrößte deutsche Energieversorger wird hart davon getroffen, dass er die vor zwei Jahren eingeleiteten Energiewende nicht von Anfang an mitgedacht hatte: Zwei seiner vier Atomkraftwerke sind abgeschaltet, in erneuerbare Energien hatte EnBW erst spät und zögerlich investiert. „Die Entwicklung der letzten Jahre und aktuell im ersten Halbjahr 2013 zeigt, dass wir schnell und konsequent handeln müssen“, mahnte Konzernchef Frank Mastiaux, der den vom Land Baden-Württemberg und mehreren schwäbischen Landkreisen kontrollierten Konzern seit Herbst 2012 führt.

Der frühere E.ON-Manager will sparen und gleichzeitig mehr investieren, sieben Prozent der Stellen sollen bis Ende kommenden Jahres wegfallen. Erneuerbare Energien will Mastiaux ausbauen, durch die sinkenden Großhandels-Strompreise unrentabel gewordene Gas-, Öl-, und Kohle-Kraftwerke dagegen vom Netz nehmen. Der Umbau des Konzerns werde viel Zeit kosten, signalisierte der Vorstandschef. Die Ergebniswende werde jedoch in den kommenden Jahren gelingen, versicherte Mastiaux.

Während den Energieversorgern die sinkenden Stromreise zu schaffen machen, müssen die privaten Haushalte für ihren Strom dennoch tiefer in die Tasche greifen. Denn auf die an den Strombörsen fixierten Großhandelspreise müssen die privaten Verbraucher noch zusätzliche Kosten – wie die seit Jahren steigende Ökostrom-Umlage, welche die Netzbetreiber an die Kunden weiterreichen – schultern. Die günstigeren Großhandelspreise kommen bei den Haushalten nicht an. Viele Industriebetriebe und andere Unternehmen sind hingegen zum Teil von der Umlage befreit.

Von

rtr

Kommentare (1)

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HofmannM

26.07.2013, 12:19 Uhr

Das ist doch ein Schmarrn!
Nicht das Zögern auf den Umstieg von der Kernkraft auf die Erneuerbaren Energien ist das Problem von ENBW und auch übrigends von der gesamten deutschen Energiewirtschaft, sondern die politisch diktierte Energiewende auf einen perfiden und asozialen grünsozialistischen EEG-Subventions-Zwangs-Gesetz ist das Problem!!!
Die Energiewende und die gesamte Erneuerbare Energiebranche machen aus der marktwirtschaftlichen zuverlässigen und billigen Energieerzeugung von Kraftwerken (Kohle, Gas und Uran) ein unzuverlässiges und unbezahlbares Strom-Luxusgut!
Mit den Luxusgütern der Erneuerbaren Energiebranche (Windmühlen und Solarmodule) wird kein Volk auf dieser Welt glücklich. Nur die Abzocker, die von diesen perfiden und asozialen EEG-Zwangsgesetz profitieren, werden ihren Profit machen. Alle anderen deutschen Endverbraucher werden durch die politisch diktierte Energiewende in eine neue Mangelgesellschaft mit immenschen Wohlstandsverlust getreiben. EEG/Energiewende = Wohlstandsvernichtung und wird das deutsche Volk zurück ins Mittelalter katapultieren. Deutschland wird dadurch zum industriearmen Schwellenland!
Schande über diese grünsozialistische Energiepolitik mit einer ehmals marktwrirschaftlichen und wertebezogenen CDU/CSU/FDP Regierung!

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