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14.11.2014

08:22 Uhr

Haliburton fusioniert mit Baker Hughes

Neuer Ölgigant im Anmarsch

Wenn sich die Nummer Zwei und Drei einer Branche zusammenschließen, entsteht ein neuer Branchenriese. Solch eine Fusion zeichnet sich in der Ölindustrie ab. An die Nummer eins kommt der neue Gigant trotzdem nicht heran.

Der Ölförderer Halliburton möchte sich Insidern zufolge mit Baker Hughes vereinen. AFP

Der Ölförderer Halliburton möchte sich Insidern zufolge mit Baker Hughes vereinen.

New YorkIn der auf Dienstleistungen rund um die Ölförderung spezialisierten Industrie bahnt sich in den USA eine Milliarden-Übernahme an. Der Branchenzweite Halliburton führt nach Angaben eines Insiders vom Donnerstag mit der Nummer Drei, Baker Hughes, Gespräche über einen Zusammenschluss, der einen Giganten mit einem Börsenwert von rund 67 Milliarden Dollar schaffen würde.

Marktführer Schlumberger wäre allerdings mit 125 Milliarden Dollar noch immer fast doppelt so viel wert. Berichte über die Fusionsgespräche trieben die Aktien von Baker Hughes an der New Yorker Börse bereits um 15 Prozent in die Höhe und trieben den Marktwert des Konzerns dadurch auf über 25 Milliarden Dollar.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

Die größten Öl- und Gaskonzerne

Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

Platz 10

ENI (Italien)

Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

Platz 9

Sinopec (China)

Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

Platz 8

Total (Frankreich)

Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

Platz 7

Gazprom (Russland)

Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

Platz 6

Petrobras (Brasilien)

Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

Platz 5

BP (Großbritannien)

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

Platz 4

Chevron (USA)

Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

Platz 3

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

Platz 2

PetroChina (China)

Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Die beiden in Houston ansässigen Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Die Ölpreise sind seit Juni etwa um ein Drittel gefallen und haben die Aktienkurse der Unternehmen stark belastet. Ölproduzenten üben zudem Druck auf die Dienstleister aus, ihre Preise zu senken. Ein Zusammenschluss könnte es den beiden Konzernen deshalb möglicherweise erleichtern, sich in diesem Umfeld zu behaupten.

Bei Halliburton arbeiten rund 80.000 Menschen und bei Baker Hughes 61.000. Branchenexperten halten es jedoch durchaus für möglich, dass die Firmen Geschäftsteile verkaufen müssen, um von den Kartellbehörden grünes Licht für einen Zusammenschluss zu erhalten.

Von

rtr

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