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06.04.2016

17:22 Uhr

Halliburton und Baker Hughes

US-Regierung will gegen Megafusion in Ölbranche klagen

Halliburton setzen die seit Monaten fallenden Ölpreise schwer zu. Insidern zufolge muss sich der Ölriese nun auch noch mit einer Klage des US-Justizministeriums beschäftigen. Grund ist die Fusion mit Baker Hughes.

Vor der Fusion mit Baker Hughes kam es zu vielen Verzögerungen. AFP; Files; Francois Guillot

Halliburton in Port Fourchon

Vor der Fusion mit Baker Hughes kam es zu vielen Verzögerungen.

New York Die US-Regierung will die 35 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Öldienstleisters Baker Hughes durch den Rivalen Halliburton per Gerichtsbeschluss verbieten lassen. Das Justizministerium gab am Mittwoch in Washington eine entsprechende Klage bekannt. Es begründete den Schritt damit, dass der geplante Zusammenschluss zwischen dem zweitgrößten und dem drittgrößten US-Öldienstleister den Wettbewerb in der Branche unterdrücken würde. Dies wäre auch zum Schaden der amerikanischen Verbraucher, erklärte Justizministerin Loretta Lynch und mahnte, das Kartellrecht müsse entschlossen durchgesetzt werden.

Nach Ministeriumsangaben hat Halliburton zwar Geschäftsverkäufe angeboten, um die Transaktion zu retten. Diese seien aber unzureichend. Halliburton kündigte an, sich vor Gericht entschieden zur Wehr zu setzen. Der Konzern warf dem Ministerium ein kontraproduktives Vorgehen vor angesichts der aktuellen Herausforderungen für die Energiebranche. Halliburton setzen wie auch der Konkurrenz die seit Monaten fallenden Ölpreise zu, da Kunden ihre Ausgaben zurückgefahren haben.

Das Auf und Ab beim Ölpreis im Jahr 2015

Überangebot

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzen dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,71 Dollar. Derzeit liegt der Preis mit rund 40 Dollar nicht einmal halb so hoch.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will. Sie kämpft stattdessen mit Rabatten um ihre Marktanteile.

7. Januar

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009. Damit nähert er sich dem im Sog der Finanzkrise im Dezember 2008 erreichten Tief von 36,20 Dollar. Das war so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

3. Februar

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. Juli

Ein Bericht über den neuerlichen Anstieg von Ölbohrungen in den USA setzt den Preis wieder unter Druck: Brent fällt bis auf knapp 60 Dollar. Am darauffolgenden Montag, den 6. Juli, sinkt der Preis wieder klar unter die 60-Dollar-Marke.

3. August

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet Brent so wenig wie zuletzt im März 2009, als der Preis einen Tiefstand von 41,30 Dollar erreichte.

8. Dezember

Nachdem die Opec am Freitag ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

9. Dezember

Auch an den Zapfsäulen kommt der Kursverfall am Rohstoffmarkt langsam an: Bei mehreren Internet-Vergleichsportalen kratzt der Preis für ein Liter Diesel erstmals seit 2009 wieder an der Ein-Euro-Marke.

Die beiden Unternehmen hatten ihre Fusionspläne bereits im November 2014 bekanntgegeben. Danach kam es zu vielen Verzögerungen. Zuletzt hatten beide Seiten über Verkäufe von Geschäftsbereichen beraten.

Von

rtr

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