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15.04.2015

21:59 Uhr

Holcim und Lafarge

Durchbruch für Zementfusion

VonHolger Alich

Gegen die Fusion der Zementhersteller Holcim und Lafarge haben Aktionäre Stimmung gemacht. Plötzlich stärkt einer von ihnen Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle den Rücken - und brockt ihm gleichzeitig ein Problem ein.

Zementproduktion von Holcim: Für den Konzern rückt die angepeilte Fusion mit Lafarge plötzlich in Reichweite. Reuters

Zementfabrik

Zementproduktion von Holcim: Für den Konzern rückt die angepeilte Fusion mit Lafarge plötzlich in Reichweite.

ZürichHolcim-Präsident Wolfgang Reitzle hat beste Chancen, auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 8. Mai eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die geplante Übernahme des französischen Wettbewerbers Lafarge zu bekommen. Der russische Investor Filaret Galchev, der über seine Holding Eurocement mit rund elf Prozent der Holcim-Anteile zweitgrößter Aktionär ist, unterstützt nun überraschend das Fusionsprojekt. Das teilte Eurocement Mittwochabend mit.

Galchev würde demnach Reitzles Vorschlag annehmen, sich in den Verwaltungsrat des fusionierten Zementriesen Lafarge-Holcim wählen zu lassen. „Eurocement erwartet nun, dass der Verwaltungsrat Holcims und Prof. Dr. W. Reitzle (…) ihren Vorschlag einlösen werden“, teilte Eurocement per Mail mit. Eine Sprecherin Eurocements bestätigte auf Nachfrage, dass nun Galchev für den Deal stimmen werde.

„Wir haben die Interessensbekundung zur Kenntnis genommen. Entsprechend prüfen wir die Möglichkeiten, wie das stattfinden kann“, erklärte ein Holcim-Sprecher. Galchevs Kehrtwende bringt Reitzle nun ins Schwitzen: Diese Woche hatte Holcim bereits seine sieben Vertreter benannt, die in das Board des fusionierten Konzerns einziehen soll. Nun muss Holcim entscheiden, wer für Galchev Platz machen muss. Dabei sollen die Einladungen zur außerordentlichen Hauptversammlung noch diese Woche verschickt werden.

Bis vor kurzem hatte Eurocement noch durchblicken lassen, den Deal kritisch zu sehen. Auch das zugunsten Holcims veränderte Aktientausch-Verhältnis von 9 Holcim-Stücken für zehn Lafarge-Aktien sei ungenügend, hieß es bis dato.

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Reitzle hatte bei der Vorstellung des designierten Vorstandschef des fusionierten Konzerns, Eric Olsen, erklärt, dass er Galchev einen Sitz im Verwaltungsrat anbieten wolle, um ihn so auf seine Seite zu ziehen. Das scheint nun erstaunlicherweise gelungen, ohne dass bekannt wäre, dass Reitzle an andere Zugeständnisse gemacht hat. Eurocement machte auch auf Nachfrage keine weiteren Angaben dazu, was dazu geführt hat, dass Galchev nun seine Meinung plötzlich geändert hat.

Zuvor hatte Holcims drittgrößter Aktionär, der US-Fonds Harris Associates, erklärt, „dazu zu tendieren“ auch für die Fusion zu stimmen. Harris hält rund sechs Prozent der Anteile.

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