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11.11.2016

08:18 Uhr

Innogy

RWE-Tochter kämpft mit erwarteten Problemen

Innogy legt erstmals als börsennotiertes Unternehmen einen Zwischenbericht vor. Die RWE-Tochter, in der die Essener ihr gesamtes Zukunftsgeschäft gebündelt haben, kämpft wie erwartet mit schwindenden Gewinnen.

Die RWE-Tochter hat erstmals nach ihrem Börsengang einen Quartalsbericht vorgelegt. dpa

Innogy

Die RWE-Tochter hat erstmals nach ihrem Börsengang einen Quartalsbericht vorgelegt.

DüsseldorfDie RWE -Ökostromtochter Innogy kämpft einen Monat nach ihrem Börsengang mit schwindenden Gewinnen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging in den ersten neun Monaten um 7,3 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück, wie der Versorger am Freitag mitteilte. Gründe seien unter anderem höhere Instandhaltungskosten bei den Stromnetzen gewesen.

Auch die britische Problemtochter Npower belastete erneut das Ergebnis. Innogy bekräftigte die Prognosen für das laufende Jahr und für 2017. 2016 solle das Ebitda bei 4,1 bis 4,4 Milliarden Euro liegen nach 4,5 Milliarden 2015. 2017 sollen es 4,3 bis 4,7 Milliarden Euro sein.

RWE hatte Innogy im Oktober an die Börse gebracht und hält nun noch 76,8 Prozent der Anteile. „2016 ist für uns ein Jahr des Übergangs und ein Jahr besonders intensiver Arbeit“, sagte Finanzchef Bernhard Günther. Unter dem Strich fiel der Gewinn in den ersten neun Monaten um etwa 30 Prozent auf eine Milliarde Euro. Die Zahlen seien aber wegen der veränderten Kapitalstruktur nicht vergleichbar, betonte der Konzern.

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

Für das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis gab Innogy nun erstmals eine Prognose für 2016 ab. Es soll bei 1,1 Milliarden Euro liegen. Der Konzern will davon 70 bis 80 Prozent an die Aktionäre ausschütten.

Das Ökostromgeschäft schloss operativ zwei Prozent schwächer ab. Hier belasteten wie schon bei den Kohle- und Gaskraftwerken der Mutter RWE die schwächelnden Strom-Großhandelspreise das Ergebnis. Der Gewinn der wichtigen Netzsparte sei wegen der höheren Kosten um zehn Prozent zurückgegangen.

Im Vertrieb konnte Innogy zwar das Vorjahresergebnis halten. In Großbritannien stand noch ein Verlust von sechs Millionen Euro in den Büchern nach einem Fehlbetrag von 20 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Tochter Npower hatten ein Kundenschwund und Abrechnungsprobleme zu schaffen gemacht.

Von

rtr

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