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06.11.2013

17:52 Uhr

Insiderbericht

US-Finanzinvestor bietet für RWE-Tochter Dea

Der US-Finanzinvestor KKR will angeblich mit einer Staatsfirma aus Kuwait die RWE-Tochter Dea übernehmen, die Öl und Gas fördert. Auch ein anderer Konzern hatte schon Interesse an Dea angemeldet.

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE verkauft seine Öltochter Dea. Die beschäftigt 1400 Mitarbeiter und hat 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. dpa

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE verkauft seine Öltochter Dea. Die beschäftigt 1400 Mitarbeiter und hat 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika.

DubaiDer US-Finanzinvestor KKR will Finanzkreisen zufolge mit einer Staatsfirma aus Kuwait die Öl- und Gasfördertochter von RWE übernehmen. KKR wolle mit Kuwait Foreign Petroleum Exploration (Kufpec) ein Angebot für RWE Dea vorlegen, sagten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. KKR und RWE lehnten am Mittwoch eine Stellungnahme ab, von Kufpec war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. RWE-Chef Peter Terium hatte im Frühjahr Dea zum Verkauf gestellt. Ihr Wert wird auf bis zu fünf Milliarden Euro geschätzt.

Dea sei ein großer Brocken, sagte ein Banker aus dem Nahen Osten. Daher sei es sinnvoll, wenn sich ein Finanzinvestor mit einem strategischen Partner verbünde. Kufpec nimmt seit Monaten Firmen im Energiebereich ins Visier. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen von BP für 308 Millionen Dollar einen Anteil von 34,3 Prozent an einem Gasfeld im Südchinesischen Meer erworben.

Welche Kraftwerke RWE abschalten will

Amer 8

Der Energieversorger RWE will in den nächsten Jahren zahlreiche Kraftwerke aus dem Markt nehmen. Darunter ist auch das Steinkohlekraftwerk Amer 8 in den Niederlanden. Die Anlage mit einer Erzeugungskapazität von 610 Megawatt soll Anfang 2016 stillgelegt werden.

Moerdijk 2

Die meisten der Anlagen, die RWE aus dem Markt nehmen will, sind Gaskraftwerke, wie etwa Moerdijk 2 in den Niederlanden. Die Anlage hat eine Erzeugungskapazität von 430 Megawatt und soll bereits Ende dieses Jahres langfristig konserviert werden.

Gersteinwerk F und Gersteinwerk G

Auch die Anlagen Gersteinwerk F und Gersteinwerk G sollen eingemottet werden. Gersteinwerk F noch in diesem Jahr und Gersteinwerk G Mitte 2014. Die Gaskraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 355 Megawatt und stehen in Deutschland.

Weisweiler H und Weisweiler G

Weisweiler H und Weisweiler G arbeiten ebenfalls mit Gas. Die deutschen Kraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 270 Megawatt und sollen bis Oktober 2013 langfristig konserviert werden.

Emsland B und Emsland C

Die deutschen Gaskraftwerke Emsland B und Emsland C haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 360 Megawatt und sollen bis Mitte 2014 zumindest in den Sommermonaten abgeschaltet werden.

Reuters hatte kürzlich von Insidern erfahren, dass RWE potenzielle Käufer aufgefordert habe, bis Ende Dezember Gebote einzureichen. Interesse hatte bereits die BASF -Tochter Wintershall angemeldet. RWE-Chef Terium hatte einen Abschluss für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.

RWE Dea mit Sitz in Hamburg ist in 14 Ländern vertreten, darunter Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Ägypten, und beschäftigt rund 1400 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Im vergangenen Geschäftsjahr fuhr die RWE-Tochter einen Betriebsgewinn von 685 Millionen Euro ein – gut ein Zehntel des Konzerngewinns.

Von

rtr

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