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27.09.2013

17:17 Uhr

Insolventer Stromhändler

Ex-Flexstrom-Vorstände im Visier der Staatsanwaltschaft

Die Flexstrom-Insovenz gilt als bisher größte in der Geschichte Deutschlands. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen frühere Führungskräfte. Ihnen wird Betrug und Insolvenzverschleppung vorgeworfen.

Flexstrom hatte als Hauptgrund für die Insolvenz die schlechte Zahlungsmoral zahlreicher Kunden genannt. dpa

Flexstrom hatte als Hauptgrund für die Insolvenz die schlechte Zahlungsmoral zahlreicher Kunden genannt.

BerlinIm Zusammenhang mit der Insolvenz des Strom- und Gasanbieters Flexstrom hat die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen frühere Führungskräfte des Unternehmens eingeleitet. „Wir ermitteln gegen Verantwortliche der Unternehmensgruppe, unter anderem wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung“, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag.

Weitere Angaben machte der Sprecher nicht. Einem Bericht der „Bild“ vom Freitag zufolge richten sich die Untersuchungen unter anderem gegen die beiden ehemaligen Flexstrom-Hauptaktionäre und Brüder Thomas und Robert Mundt.

Der Berliner Stromdiscounter Flexstrom hatte im April Insolvenz angemeldet, das Verfahren wurde am 1. Juli eröffnet. Nach Angaben des Insolvenzverwalters gibt es schätzungsweise 835.000 Gläubiger. Davon sind etwa 500.000 ehemalige Kunden von Flexstrom, die übrigen Fälle beziehen sich auf die Töchter wie Flexgas, Löwenzahn Energie und OptimalGrün. Die Insolvenz gilt damit, gemessen an der Zahl der Gläubiger, als bisher größte in der Geschichte Deutschlands.

Flexstrom hatte als Hauptgrund für die Insolvenz die schlechte Zahlungsmoral zahlreicher Kunden genannt, die ihrerseits durch „schädigende Berichterstattung vereinzelter Medien“ irritiert worden seien. Eine Zeitung hatte von angeblichen Finanzproblemen berichtet. Berichten zufolge soll aber auch eine Rolle gespielt haben, dass die Bundesnetzagentur kurz davor stand, das Geschäftsmodell mit Vorkassenzahlungen zu stoppen.

Im Sommer 2011 war bereits der Flexstrom-Konkurrent Teldafax pleite gegangen. Viele Kunden hatten dem Billiganbieter für ihren Strom Vorauszahlungen geleistet, für die sie dann keine Gegenleistung mehr erhielten. In diesem Fall erhob die Staatsanwaltschaft in Bonn inzwischen Anklage gegen drei frühere Vorstandsmitglieder wegen Insolvenzverschleppung, Betrugs und anderer Vorwürfe. Die Pleite beschäftigt auch die Zivilgerichte. Die Zahl der Gläubiger liegt bei mehr als 700.000.

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Überblick

Einen Überblick über die verfügbaren Vergleichsrechner im Netz liefert Google.

Quelle: Stern.de, Verbraucherschützer, Check24

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Bei den Verbrauchern genießen Billigstromanbieter nach den beiden spektakulären beiden Pleiten inzwischen keinen allzu guten Ruf mehr. Bei einer im Sommer von dem Ökostromanbieter Lichtblick in Auftrag gegebenen Umfrage lehnten 71 Prozent einen Vertrag mit einem Discounter ab. Nur 18 Prozent konnten sich einen Vertragsschluss vorstellen.

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

27.09.2013, 20:50 Uhr

Wird auch Zeit, daß sich die Staatsanwaltschaft mal langsam bequemt. Die Fakten sind eindeutig. Die Strafanzeigen zahlreich. Die Steuerprüfung schläft mit Sicherheit. Jede Institution, die best-und schnellstmöglich für Klarheit und Nachweisen sorgen könnte, wurstelt für sich allein und nach eigenem Gutdünken vor sich hin.
Keine Koordination zur optimalen Sachlösung ist vorhanden. Aber alle sind schwer beschäftigt, mit sich selbst und für sich selbst. Typisch Behörden, Politik und Justiz.
Solange auch unrechtmäßig ergaunertes Vermögen versteuert wird, ist alles in bester Ordnung. Entsprechend schlaff sind auch die Gesetze. Betrogene Bürger und Kunden sind somit vogelfrei für die Geier unseres Wirtschaftssystems.

Account gelöscht!

28.09.2013, 09:53 Uhr

Und wann ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Bundesnetzagentur-Präsidenten Kurth und Homann? Diese haben vorsätzlich? oder zumindest grob fahrlässig ihre Aufsichtspflicht verletzt! Fordere, das sie zur Verantwortung gezogen werden!

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