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21.11.2013

09:02 Uhr

Kali-Kartell

Uralkali-Chef darf nach Russland ausreisen

Weißrussland liefert Wladislaw Baumgertner an Russland aus. Der Chef des Bergbaukonzerns Uralkali hatte in einem Überraschungscoup ein Kali-Kartell aufgekündigt. Die Behörden hatten ihn fast drei Monate festgehalten.

Wladislaw Baumgertner: Der Uralkali-Chef darf zurück nach Russland reisen. ap

Wladislaw Baumgertner: Der Uralkali-Chef darf zurück nach Russland reisen.

Minsk/MoskauFast drei Monate nach seiner Festnahme in Weißrussland soll der Chef des russischen Bergbaukonzerns Uralkali, Wladislaw Baumgertner, an Russland ausgeliefert werden. Die Behörden in Minsk hätten einem solchen Antrag Moskaus zugestimmt, meldete die Agentur Interfax am Donnerstag unter Berufung auf die russische Generalstaatsanwaltschaft. Baumgertner war am 26. August im Zuge eines russisch-weißrussischen Kali-Streits festgenommen worden.

Ermittler in der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik hatten Baumgertner Insiderhandel und Millionenbetrug vorgeworfen. Hintergrund war der Ausstieg von Uralkali aus einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali Ende Juli. Das hatte international Turbulenzen auf dem Kali-Markt ausgelöst. Auch der Aktienkurs des deutschen Produzenten K+S geriet damals deutlich unter Druck.

Die größten Kaliproduzenten

Uralkali (Russland)

Kaliproduktion: 12,1 Millionen Tonnen

Weltweite Produktion 2014

Belaruskali (Weißrussland)

Kaliproduktion: 10,3 Millionen Tonnen

Potash Corp (Kanada)

Kaliproduktion: 8,8 Millionen Tonnen

Mosaic (USA)

Kaliproduktion: 8,3 Millionen Tonnen

K+S (Deutschland)

Kaliproduktion: 5,7 Millionen Tonnen

ICL (Israel)

Kaliproduktion: 5,1 Millionen Tonnen

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte im Gegenzug für die Auslieferung Baumgertners gefordert, dass der russische Milliardär Sulejman Kerimow seinen knapp 22-prozentigen Uralkali-Anteil verkauft. Neuer Großaktionär wird der russische Oligarch Michail Prochorow mit seiner Onexim-Gruppe. Zu Beginn der Woche hatten sich die Parteien auf den Deal geeinigt. Russischen Agenturberichten zufolge liegt der Kaufpreis bei geschätzt 4,35 Milliarden US-Dollar (3,23 Milliarden Euro).

Analysten zufolge öffnet der Ausstieg Kerimows nun die Tür für neue Verhandlungen zwischen Uralkali und Belaruskali. Damit könnte der Preisrutsch am Kalimarkt nicht so stark ausfallen wie zuletzt befürchtet.

Von

dpa

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