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16.12.2014

21:27 Uhr

Keine Beschäftigungsgarantie aber mehr Geld

RWE erzielt Einigung in erster Tarifrunde

Bei RWE sind die Gewinne weggebrochen. Mit leeren Kassen standen die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten unter besonderem Druck. Trotzdem gab es am Dienstag ein schnelles Ergebnis in der ersten Runde.

RWE hat eine schnelle Einigung in der ersten Tarifrunde erzielt. dpa

RWE hat eine schnelle Einigung in der ersten Tarifrunde erzielt.

EssenBeim kriselnden Energiekonzern RWE gibt es keine definitive Beschäftigungsgarantie mehr. Die Mitarbeiter bekommen aber weitreichende Zusagen für ihre Arbeitsplätze bis Ende 2018. Bei den Gehältern stimmten die Gewerkschaften angesichts der eingebrochenen Unternehmensgewinne einer nur maßvollen Erhöhung zu: Die Gehälter steigen in den nächsten zwei Jahren bis Ende 2016 nur einmal ab Juli 2015 um 2,3 Prozent, hinzu kommt eine Einmalzahlung von 1200 Euro im Januar 2015. Das beschlossen RWE und die Gewerkschaften Verdi und IG BCE am Dienstag. Die Tarifkommissionen beider Gewerkschaften stimmten dem Ergebnis zu.

Der Konzern gründet im neuen Jahr für Mitarbeiter, deren Stellen wegfallen, eine interne Jobbörse „Switch“. Wer zu „Switch“ wechselt, genieße „weitreichenden arbeitsrechtlichen Schutz bis Ende 2018“, teilte die IG BCE mit.

Welche Kraftwerke RWE abschalten will

Amer 8

Der Energieversorger RWE will in den nächsten Jahren zahlreiche Kraftwerke aus dem Markt nehmen. Darunter ist auch das Steinkohlekraftwerk Amer 8 in den Niederlanden. Die Anlage mit einer Erzeugungskapazität von 610 Megawatt soll Anfang 2016 stillgelegt werden.

Moerdijk 2

Die meisten der Anlagen, die RWE aus dem Markt nehmen will, sind Gaskraftwerke, wie etwa Moerdijk 2 in den Niederlanden. Die Anlage hat eine Erzeugungskapazität von 430 Megawatt und soll bereits Ende dieses Jahres langfristig konserviert werden.

Gersteinwerk F und Gersteinwerk G

Auch die Anlagen Gersteinwerk F und Gersteinwerk G sollen eingemottet werden. Gersteinwerk F noch in diesem Jahr und Gersteinwerk G Mitte 2014. Die Gaskraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 355 Megawatt und stehen in Deutschland.

Weisweiler H und Weisweiler G

Weisweiler H und Weisweiler G arbeiten ebenfalls mit Gas. Die deutschen Kraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 270 Megawatt und sollen bis Oktober 2013 langfristig konserviert werden.

Emsland B und Emsland C

Die deutschen Gaskraftwerke Emsland B und Emsland C haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 360 Megawatt und sollen bis Mitte 2014 zumindest in den Sommermonaten abgeschaltet werden.

Mitarbeiter würden umfangreich fortgebildet und qualifiziert. Ziel seien die Vermittlung auf neue Stellen, erklärte Arbeitsdirektor Uwe Tigges laut Mitteilung. Wer zwei Mal zumutbare Arbeitsplatzangebote ablehne, sei aber kündbar. Tigges sprach von einem „verantwortungsvollen Gesamtpaket“. Er fügte hinzu: „Wir fordern unsere Mitarbeiter, aber sichern sie zugleich ab.“

Betroffen sind rund 21 000 Tarifbeschäftigte und Auszubildende. RWE hat konzernweit im ablaufenden Jahr bereits erheblich Stellen abgebaut: Der Bestand sank von knapp 65 000 Ende 2013 auf 60 400 Ende dieses Jahres.

Von

dpa

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