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11.06.2013

20:01 Uhr

Keine konkreten Hilfspläne

EU-Kommission enttäuscht die Stahlbranche

Der Stahlbranche in Europa geht es schlecht: Konkurrenz unter anderem aus Asien und den USA erschwert das Geschäft. Die EU-Kommission macht Vorschläge zur Stärkung der Branche - doch die ist enttäuscht.

Edelstahl-Gießerei: Die Rahmenbedingungen für die Branche sollen sich verbessern. dpa

Edelstahl-Gießerei: Die Rahmenbedingungen für die Branche sollen sich verbessern.

StraßburgMit Fortbildungen für Stahlarbeiter und erschwinglicher Energie will die EU-Kommission der kriselnden Stahlbranche helfen. Wenn die Politik nicht handle, drohten weitere Jobverluste und Werksschließungen, warnte EU-Industriekommissar Antonio Tajani am Dienstag im Straßburger Europaparlament.

Zwischen 2007 und 2011 sei die Zahl der Jobs in der europäischen Stahlbranche um zehn Prozent eingebrochen. Neue Gesetze oder konkrete Investitionen stellte Tajani jedoch nicht in Aussicht - zur Enttäuschung der Industrie.

Tajani plädierte für bessere Rahmenbedingungen für die Branche. Die Hersteller dürften nicht zu sehr unter hohen Energiekosten leiden. In den USA profitiere die Industrie von neuer günstiger Energie, zum Beispiel aus Schiefergas.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Die Industrie ist enttäuscht von dem Aktionsplan. Das Papier enthalte zwar Ideen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlhersteller zu sichern, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. „Doch leider fehlt es an konkreten Hinweisen, wie und wann politische Belastungen als Folge der europäischen Energie- und Klimapolitik abgebaut werden könnten.“

Bei der Ausbildung von Angestellten und Nachwuchs will die EU-Kommission helfen. Bei der Weiterbildung von Arbeitskräften könnten zum Beispiel Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds oder dem Globalisierungsfonds genutzt werden, erklärte Tajani.

Die Kommission beklagte die weltweite Überproduktion, vor allem in China. Das Land ist seit Jahren unangefochten die Nummer eins unter den Stahlherstellern weltweit. China produziert fast so viel Stahl wie der Rest der Welt zusammen. Auch die USA, Russland, die Ukraine und die Türkei dürften in Zukunft mehr Stahl auf den Weltmarkt bringen.

Von

dpa

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