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01.02.2017

01:35 Uhr

Kleinfeld unter Druck

Arconic startet mit roten Zahlen

Fehlstart für Arconic: Die ersten Quartalszahlen nach der Abspaltung vom Alcoa enttäuschen. Hedgefonds haben sich zudem auf Konzernchef Klaus Kleinfeld eingeschossen. Muss der deutsche Manager um seinen Job bangen?

Arconic-Chef Kleinfeld steht nur wenige Monate nach der Alcoa-Aufspaltung unter Druck. Reuters, Sascha Rheker

Arcon

Arconic-Chef Kleinfeld steht nur wenige Monate nach der Alcoa-Aufspaltung unter Druck.

New YorkIm ersten eigenständigen Quartal nach der Trennung vom Aluminium-Riesen Alcoa hat der US-Metallkonzern Arconic die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen können. In den drei Monaten bis Ende Dezember fiel ein Verlust von 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro) an, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Großaktionäre fordern bereits die Absetzung des Managements um Vorstandschef Klaus Kleinfeld, der früher Siemens leitete.

Hauptgrund für das große Loch in der Bilanz sind laut Arconic Sonderkosten im Zusammenhang mit der zum 1. November erfolgten Konzernaufspaltung. Die Erlöse blieben verglichen mit dem Vorjahreswert konstant bei 3,0 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit etwas besseren Zahlen gerechnet. Die Aktie fiel nachbörslich zunächst um zwei Prozent.

Das Geschäft des Alcoa-Konzerns mit technologisch anspruchsvolleren Produkten war von der Herstellung von Rohmaterialien in die neue Gesellschaft Arconic abgespalten worden. Alcoa hatte in der Vorwoche ebenfalls einen Quartalsverlust gemeldet, der mit 125 Millionen Dollar aber deutlich geringer ausfiel. Die Erlöse wuchsen um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.

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Die Aufspaltung von Alcoa sollte der Höhepunkt der Karriere von Klaus Kleinfeld sein. Doch nur wenige Monate später steht ihm eine Rebellion ins Haus. Großaktionäre fordern den Kopf des früheren Siemens-Chefs.

Arconic-Chef Kleinfeld ist derweil nur wenige Monate nach der Alcoa-Aufspaltung schon angezählt, weil Großaktionäre unzufrieden mit der Geschäftsentwicklung sind. Hedgefonds aus dem Elliott-Imperium des milliardenschweren US-Investors Paul Singer haben sich auf den deutschen Top-Manager eingeschossen, der 2008 nach seinem Ausscheiden beim Industrieriesen Siemens den Spitzenposten bei Alcoa übernommen hatte und nun Arconic führt.

Singers New Yorker Finanzfirma Elliott Management warb nach der Veröffentlichung der Arconic-Quartalszahlen in einer Präsentation für einen Management-Wechsel. Singers Hedgefonds halten nach eigenen Angaben mehr als zehn Prozent an Arconic und wollen die restlichen Aktionäre mit der Nominierung von fünf eigenen Management-Kandidaten zum Aufstand gegen die aktuelle Konzernführung bewegen.

Am Vortag hatte bereits das „Wall Street Journal“ von einer bevorstehenden Revolte gegen Kleinfeld berichtet. Es ist unklar, welchen Rückhalt der Manager bei der breiten Aktionärsbasis noch hat, die ihn während seiner acht Jahre als Alcoa-Chef zeitweise als geschickten Reformer gefeiert hatte. Arconic bezeichnete Kleinfelds Strategie indes als äußerst erfolgreich, die Gewinnspannen seien während seiner Amtszeit mehr als verdoppelt worden.

Fest steht jedoch, dass Singers Hedgefonds unangenehme Gegenspieler sind, die mit ihren aggressiven Methoden schon etlichen anderen Unternehmen und mitunter ganzen Volkswirtschaften zu schaffen machten. Elliott machte in der Vergangenheit unter anderem durch umstrittene, aber letztlich erfolgreiche Spekulationen mit Anleihen von Krisenländern wie Griechenland oder Argentinien von sich reden.

Von

dpa

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