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01.03.2016

09:01 Uhr

Klöckner & Co

Stahlhändler will 2016 in die schwarzen Zahlen

Klöckner & Co macht ein Minus von 350 Millionen Euro. Doch das laufende Jahr soll für den Stahlhändler besser werden. Die Nachfrage werde steigen, hofft KlöCo – und freut sich über das Engagement eines Großaktionärs.

2016 und auch 2017 will das Unternehmen operativ deutlich zulegen. dpa

Klöckner & Co in Duisburg

2016 und auch 2017 will das Unternehmen operativ deutlich zulegen.

DüsseldorfDer von der Branchenkrise gebeutelte Stahlhändler Klöckner & Co setzt nach Verlusten im vergangenen Jahr auf eine Belebung der Geschäfte. 2016 peile der Konzern einen deutlichen Anstieg des operativen Gewinns und ein leicht positives Ergebnis an, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Sowohl in Europa als auch den USA erwartet Vorstandschef Gisbert Rühl eine etwas stärkere Stahlnachfrage. 2017 solle es weiter bergauf gehen. Im vergangenen Jahr habe KlöCo wegen des Preisdrucks in der Branche und hoher Abschreibungen einen Fehlbetrag von 347 Millionen Euro eingefahren. Eine Dividende gibt es nicht.

Kommentar zu Klöckner & Co: Wettlauf mit der Zeit

Kommentar zu Klöckner & Co

Wettlauf mit der Zeit

Der Stahlhändler Klöckner und Co schreibt einen Rekordverlust. Konzernchef Gisbert Rühl ist dabei, das Unternehmen ins digitale Zeitalter zu überführen. Doch er sollte sich beeilen. Ein Kommentar.

Die Branche steckt seit Jahren in der Krise. „Die vor allem durch die Überproduktion in China auf die Weltstahlmärkte drängenden Mengen an Billigstahl haben auch bei uns deutliche Spuren in der Umsatz- und Ergebnisentwicklung hinterlassen“, sagte Rühl. Er steuert mit Kostensenkungen gegen. Zudem will sich KlöCo stärker auf gewinnträchtigere Produkte konzentrieren, bei denen der Konzern den Kunden einen Teil der Bearbeitung abnimmt. Dieser Anteil am Umsatz sei 2015 auf 39 von 34 Prozent erhöht worden. Die Duisburger greifen auf verschiedene Hersteller zurück und stehen im Handel in Konkurrenz zu Thyssen-Krupp und Arcelor-Mittal.

KlöCo hatte im vergangenen Jahr hohe Abschreibungen auf sein Nordamerikageschäft vorgenommen. Mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Restrukturierungsaufwendungen von 86 Millionen Euro verdiente der Konzern 2015 nicht mal halb soviel wie im Jahr zuvor. 2016 und auch 2017 wolle das Unternehmen operativ deutlich zulegen. Im vierten Quartal konnte KlöCo mit einem operativen Gewinn von elf Millionen Euro die Markterwartungen übertreffen.

Für Januar bis Ende März stellte Rühl einen operativen Gewinn von zehn bis 15 Millionen Euro in Aussicht nach zehn Millionen im Vorjahreszeitraum. Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres solle es deutlich bergauf gehen.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Der Familienunternehmer Friedhelm Loh kandidiert KlöCo zufolge für den Aufsichtsrat. Dies gehe aus der Einladung für die Hauptversammlung im Mai hervor, bestätigte KlöCo einen Bericht der „Rheinischen Post“. Rühl hatte das Engagement des Unternehmers bei KlöCo begrüßt. Loh und seine Investmentfirma Swoctem hatten ihre Beteiligung kürzlich auf 25,25 Prozent erhöht. Loh sitzt auch im Aufsichtsrat des Roboterbauers Kuka, an dem er ebenfalls Anteile hält.

Von

rtr

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