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13.05.2015

09:34 Uhr

Kommentar zur Solarbranche

SMA hofft auf die Wende

VonGeorg Weishaupt

Das Solarunternehmen SMA weist endlich bessere Quartalszahlen auf. Dennoch: Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon hat noch viel zu tun, um das einstige Vorzeigeunternehmen auf Kurs zu bringen.

DüsseldorfIn Umbruchzeiten sorgen selbst normale Nachrichten für Aufmerksamkeit. So eine Nachricht sendet Pierre-Pascal Urbon: Der Vorstandschef von SMA Solar bestätigt heute die Umsatz- und Ergebnisprognose vom Frühjahr. Das ist für eines der größten deutschen Solarunternehmen eine gute Nachricht – nach schwierigen Jahren.

Denn zu oft schockte Urbon die Öffentlichkeit mit Gewinnwarnungen. Alleine im vergangenen Jahr musste er die Gewinnprognose zweimal korrigieren. Wenig vertrauenerweckend war auch, dass er noch kurz vor der zweiten Korrektur die Märkte beruhigte. Damit hat er auch an den Finanzmärkten viel Vertrauen verspielt.

Doch die Zahlen für das erste Quartal geben Anlass zur Hoffnung, dass sich SMA endlich aus der Abwärtsspirale befreit. Immerhin hat der Hersteller von Wechselrichtern, dem elektronischen Herzstück von Solaranlagen, in den ersten drei Monaten dieses Jahres ein positives Ergebnis vor Abschreibungen, Amortisation, Zinsen und Steuern erzielt.

Offshore: Projekte in Megadimensionen

Gewicht

Das Gesamtgewicht einer Anlage kann laut der Stiftung Offshore Windenergie schnell 1000 Tonnen übersteigen. Dabei stehen die Anlagen auf bis zu 900 Tonnen schweren Fundamenten. Allein die Gondel (Maschinenhaus) könne zwischen 300 und 400 Tonnen wiegen.

Gigantische Maße

Allein die im Testfeld Alpha Ventus installierten 5-Megawatt-Anlagen haben einen Rotordurchmesser von bis zu 125 Metern und eine Gesamthöhe von mehr als 170 Metern über dem Meeresgrund. Neuere Anlagen der Leistungsklasse von 6 Megawatt erreichen laut Stiftung Offshore Windenergie Rotordurchmesser um die 150 Meter.

Kosten

Der Bau eines Windparks auf hoher See ist um einiges komplexer als der einer Anlage auf dem Land. Doch binnen sechs Jahren konnte die Branche ihre Kosten halbieren. Beim neuen Offshore-Windpark „Borssele“ in den Niederlanden liegen die Gesamtkosten pro Megawattstunde bei 87 Euro.

Aber für Jubelschreie ist es beim einstigen Vorzeigeunternehmen, das wegen hausgemachter Probleme und wegen des Preisverfalls abstürzte, noch viel zu früh. Urbon muss den Umbau des Unternehmens konsequent vorantreiben. Das heißt: Er muss die Effizienzprogramme ebenso durchsetzen wie den angekündigten Personalabbau und die neue Struktur in der Produktion. Denn nur mit den von ihm geplanten Produktplattformen, ähnlich denen in der Autoindustrie, lassen sich Bauteile für die Produkte verringern und Kosten senken. Er muss auch die China-Tochter Zeversolar in den Griff bekommen.

Sie sollte eigentlich den Zugang zum riesigen chinesischen Markt öffnen und eine günstige Zweitmarke liefern. Statt dessen liefert sie rote Zahlen. Wichtig ist bei allem, dass es Urbon wirklich gelingt, spätestens im kommenden Jahr wieder ein positives operatives Ergebnis Ebit zu erreichen. Erst dann hat Urbon die Wende bei SMA Solar geschafft.

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