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14.06.2013

06:47 Uhr

Konzernumbau

EnBW vor weiteren Verkäufen

ExklusivEx-Ministerpräsident Stefan Mappus hatte EnBW unter die Fittiche des Landes Baden-Württemberg geholt. Dann kam der Atomausstieg und der Energiekonzern wurde eine Dauerbaustelle. Verkäufe sollen die Lage stabilisieren.

EnBW-Atomkraftwerke in Philippsburg, Baden-Württemberg. dpa

EnBW-Atomkraftwerke in Philippsburg, Baden-Württemberg.

DüsseldorfDer Chef der Karlsruher Energieversorgers EnBW, Frank Mastiaux, plant eine radikale Umstrukturierung des mehrheitlich vom Land und Kommunen Baden-Württembergs kontrollierten Energiekonzerns. Mastiaux will außerdem durch den Verkauf von Tochtergesellschaften mehr als 2,5 Milliarden Euro einnehmen, erfuhr das Handelsblatt (Freitagausgabe) aus Kreisen des Aufsichtsrats.

Bislang hatte EnBW einen Erlös aus Verkäufen von 1,5 Milliarden Euro angestrebt, von dem allerdings erst 500 Millionen Euro realisiert sind. Mastiaux stelle deshalb sogar große EnBW-Beteiligungen wie die an den Stadtwerken Düsseldorf und dem norddeutschen Regionalversorger EWE zur Disposition, hieß es.

Der frühere Eon-Manager hatte vor einer Woche dem EnBW-Aufsichtsrat seine neue Konzernstrategie vorgestellt. Am kommenden Montag will er sie zunächst den Führungskräften, danach den Mitarbeitern und schließlich der Presse präsentieren

Wie es in den Aufsichtsratskreisen weiter heißt, will Mastiaux die Konzernzentrale zu Lasten der Tochtergesellschaften stärken. Von den mehr als einem Dutzend großen Tochtergesellschaften sollen nur drei unangetastet bleiben – und auch das nur aus rechtlichen Gründen: EnBW Kernkraft, EnBW Regional, die die regionalen Verteilnetze betreibt, und der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW. Alle anderen Gesellschaften verlieren ihre Autonomie, das operative Geschäft wird von Karlsruhe aus gesteuert.

Die Vorwärtsstrategie bleibe dagegen vage, hieß es. Mastiaux habe zwar „Innovation“, „Kundenorientierung“ und „Nachhaltigkeit“ als Ziele ausgegeben, konkrete Geschäftsmodelle seien aber noch nicht zu erkennen. EnBW wollte mit Verweis auf die bevorstehende Pressekonferenz am Montag die Informationen nicht kommentieren.

Kommentare (1)

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Pobrecito

14.06.2013, 11:30 Uhr

Da hat wohl jemand sein stolzes Schiff versenkt und paddelt jetzt hilflos mit einem kleinen Schlauchboot in stürmischer See voller Haie.

Mir tun nur die Angestellten leid. Die werden es wieder mal ausbaden müssen.

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