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22.08.2013

18:10 Uhr

Konzession vergeben

Schweden will wieder Nickel fördern

Um von Nickel-Importen unabhängiger zu werden, erlaubt die schwedische Regierung nach Jahrzehnten der Abstinenz wieder die Förderung des Metalls. Bei einem Projekt in Lappland proben die Anwohner schon den Aufstand.

Blick in die Produktionsstraße des russischen Nickel-Erzeugers Norilsk Nickel: In Schweden soll wieder Nickel gefördert werden. Reuters

Blick in die Produktionsstraße des russischen Nickel-Erzeugers Norilsk Nickel: In Schweden soll wieder Nickel gefördert werden.

StockholmSchweden will nach Jahrzehnten wieder in die Förderung des Metalls Nickel einsteigen. Die Regierung des skandinavischen Staates gab am Donnerstag grünes Licht für eine Nickel-Mine im Norden des Landes in der Provinz Lappland, wie aus einer Mitteilung des Industrieministeriums hervorging. Schweden war 1945 aus der Förderung des Metalls ausgestiegen, das vorwiegend für die Herstellung von Stahl verwendet wird.

Die Konzession erhielt den Angaben des Ministeriums zufolge die schwedische Firma Nickel Mountain für drei Produktionsstandorte nahe der Ortschaft Rönnbäcken. "Schweden ist heute vollständig abhängig von Nickel-Importen, und die geplante Mine gibt ihm die Möglichkeit, praktisch unabhängig zu werden", wie es in der Mitteilung des Industrieministeriums hieß. Die Entscheidung sei auf den Standort Rönnbäcken gefallen, weil dort die bei Weitem größten Nickel-Vorkommen im Land entdeckt worden seien.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

In Lappland stößt ein anderes Minen-Projekt bereits auf hartnäckigen Widerstand in der Bevölkerung und bei Umweltschützern. Demonstranten versuchten seit Juli mehrfach die Produktion in einem Eisenbergwerk zu stören. Die Polizei schritt wiederholt ein. Seit ihrem Antritt 2006 verfolgt die schwedische Mitte-rechts-Regierung einen Kurs, der Minen-Projekte begünstigt. Die Industrie brachte dem Land im 20. Jahrhundert großen Wohlstand.

Nickel Mountain rechnet damit, in der geplanten Nickel-Mine für rund 20 Jahre fördern zu können. Das Argument der zeitlich begrenzten Produktion versucht auch die Regierung zu nutzen, um bei der Bevölkerung um Akzeptanz für das Projekt zu werben. Dabei betont die Regierung auch die wirtschaftlichen Vorteile für die Region. Nickel Mountain will 550 Menschen in der Produktion beschäftigen. Weitere 1000 Arbeitsplätze könnten im Umfeld der Mine entstehen.

Von

afp

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