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10.03.2016

12:04 Uhr

K+S

Kaliriese unter gewaltigem Druck

VonMaike Telgheder

K+S hat viele offene Flanken: Der weltweite Kalimarkt schwächelt und in Deutschland gibt es mächtig Ärger wegen der Versenkung von Salzabfällen. Der Rohstoffkonzern bereitet die Aktionäre auf sinkende Gewinne vor.

K+S erwartet schrumpfende Gewinne. dpa

Kalisalz-Abbau im Werk Werra

K+S erwartet schrumpfende Gewinne.

FrankfurtKeine einfachen Zeiten für K+S-Chef Vorstandschef Steiner: Die Aktie verliert seit Monaten an Wert. Das Unternehmen muss in wenigen Tagen den Dax verlassen. Und dann gibt es noch die Anklage wegen Gewässerverunreinigung, die die Staatsanwaltschaft Meiningen gegen Steiner und andere K+S-Verantwortliche erhoben hat. Die Negativschlagzeilen häufen sich.

Da konnte der Umsatz- und Gewinnstieg, den das Unternehmen am Donnerstag verkündete, die Stimmung auch nicht herumreißen. Weil sich die Nachfrage auf dem Kalimarkt eingetrübt hat, rechnet das Unternehmen mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr. Das kommt bei den Anlegern nicht gut an: Die Aktien fielen in den ersten Handelsminuten zeitweise um mehr als sieben Prozent auf 20,49 Euro. Sie waren der mit Abstand schwächste Dax-Wert.

Die größten Kaliproduzenten

Uralkali (Russland)

Kaliproduktion: 12,1 Millionen Tonnen

Weltweite Produktion 2014

Belaruskali (Weißrussland)

Kaliproduktion: 10,3 Millionen Tonnen

Potash Corp (Kanada)

Kaliproduktion: 8,8 Millionen Tonnen

Mosaic (USA)

Kaliproduktion: 8,3 Millionen Tonnen

K+S (Deutschland)

Kaliproduktion: 5,7 Millionen Tonnen

ICL (Israel)

Kaliproduktion: 5,1 Millionen Tonnen

Seit dem Übernahmevorschlag des kanadischen Wettbewerbers Potash im vergangenen Sommer hat sich der Blick der Märkte auf K+S massiv verändert. Von einem wenig aufregenden Rohstoffkonzern waren die Kasseler über Nacht zu einem begehrten Investment geworden. Wie bekannt, wies K+S aber das inoffizielle Potash-Angebot zum Preis von 41 Euro je Aktie als zu niedrig zurück, was einige Anleger, die auf das schnelle Geld gehofft hatten, sehr verärgerte.

Steiner versprach, zu liefern. „Wir sehen in der K+S als eigenständiges Unternehmen allein mit dem, was wir bisher auf den Weg gebracht haben, langfristig weitaus mehr Potenzial“, betont der 61-Jährige im am Donnerstag veröffentlichten Brief an die Aktionäre erneut.

An der Entwicklung des Aktienkurses ist das bislang jedenfalls nicht abzulesen. Der büßte seit Mitte vergangenen Jahres rund die Hälfte des Wertes ein. Das liegt aber auch daran, dass die Nachfrage auf den Kalimärkten schwächelt und viele Unternehmen der Branche massiv an Wert verloren haben. Hinzu kommen die allgemeinen Börsenturbulenzen zum Jahresanfang, die die Dax-Werte ins Trudeln gebracht haben.

Nicht zuletzt drücken bei K+S auch eine Menge Leerverkäufe den Kurs. Laut Bundesanzeiger haben allein in diesem Jahr Hedgefonds mehr als neun Prozent der K+S-Aktien als Netto-Leerverkaufsposition erworben. Leerverkaufsspekulanten setzen auf fallende Kurse und verstärken oftmals den Abwärtstrend einer Aktie.

Da hilft es wenig, dass K+S im abgelaufen Geschäftsjahr seinen Gewinn zweistellig steigern konnte und seine Gewinnprognose – wenn auch am unteren Ende – erreichte.

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