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25.06.2013

09:36 Uhr

Lagerstätte Oyu Tolgoi

Rio Tinto und Mongolei zanken um Kupfermine

Im Boden der Mongolei ruhen enorme Schätze, die internationale Rohstoffgiganten anlocken. Die Unternehmen träumen vom großen Geld. Die Mongolei hingegen fürchtet, über den Tisch gezogen zu werden.

Wohnungen neben der Oyu Tolgoi Mine in der Mongolei. Die Vorbehalte gegen ausländische Einflüsse sitzen tief in der Mongolei. dpa

Wohnungen neben der Oyu Tolgoi Mine in der Mongolei. Die Vorbehalte gegen ausländische Einflüsse sitzen tief in der Mongolei.

Ulan BatorDie Mongolei ist ein Pilgerort für die internationalen Rohstoffgiganten. Alle wollen beim Geschäft mit den Bodenschätzen zwischen China und Russland mitmischen. Besonders ein Projekt steht für den Traum vom großen Geld: Die Lagerstätte Oyu Tolgoi, ein mächtiges Vorkommen von Kupfer und Gold 550 Kilometer südlich der Hauptstadt Ulan Bator.

Knapp fünf Milliarden Euro wurden laut offiziellen Angaben bereits investiert. Der Bergbauriese Rio Tinto betreibt die Mine. Eigentlich sollten vergangenen Freitag die ersten Kupferlieferungen das Gelände verlassen. Aber in letzter Minute wurde der Termin abgesagt. Branchenkenner sprechen von einem heftigen Streit zwischen Regierung und Unternehmen, offiziell äußert sich bislang keine Seite.

Laut der Zeitung „UB Post“ macht Rio Tinto die Regierung für die Verzögerung verantwortlich. Das Bergbauministerium schiebt seinerseits dem Unternehmen die Schuld in die Schuhe. Ein Regierungsmitarbeiter kritisiert den Vertrag mit dem Konzern als unfair. „Die haben uns über den Tisch gezogen“, klagt er. Damals seien einzelne Beamte bestochen worden, und so hätte sich das Unternehmen gewaltige Vorteile erkauft.

Diplomaten bestätigen, dass Rio Tonto zumindest anfangs seine Macht ausgespielt habe. So seien etwa Entschädigungszahlungen an Nomaden gering ausgefallen. Mit der Zeit habe das Unternehmen jedoch Demut gelernt. Und mit dem immensen Investment der Firma habe die Mongolei letztlich keinen schlechten Deal gemacht.

Oyu Tolgoi ist nicht irgendeine Lagerstätte, sondern sie soll zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor in der Mongolei werden. Wenn die Mine 2020 voll im Einsatz ist, soll sie etwa ein Drittel des mongolischen Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Der Staat ist zu 34 Prozent an dem Projekt beteiligt. Laut Schätzungen sollen bei Oyu Tolgoi 37 Millionen Tonnen Kupfer und 1300 Tonnen Gold liegen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

25.06.2013, 09:45 Uhr

"Die Mongolei hingegen fürchtet, über den Tisch gezogen zu werden"
Davon können sie ausgehen. Denn die sog. Investorne wollen nicht investieren, sondern risikolos abzocken.

Bankster

25.06.2013, 10:18 Uhr

Das ist der Sinn von "Investitionen" im Rohstoffsektor. Raubbau, Zerstörung der Umwelt und nach den Gewinnmitnahmen den Schaden der Bevölkerung hinterlassen.
Dasselbe gilt für Fracking. Wasser kann man schliesslich auch von Nestle kaufen. Das nennt sich dann doppelte Gewinnabschöpfung. Würde mich nicht wundern wenn die Gasunternehmen am Nestlegewinn nicht beteiligt werden, schliesslich haben die Gasunternehmen ja "investiert".

bauer

22.09.2013, 01:00 Uhr

Überschrift "Bei den Bürgern kommt kaum etwas an" - Gegenfrage: Was tragen die Bürger denn bei?

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