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07.02.2017

17:08 Uhr

Matthias Brückmann

Nach Klitschko-Spende droht EWE-Chef der Knock-out

Er wollte mehr Transparenz schaffen, hielt sich aber nicht an die Regeln des Unternehmens. Nach einer umstrittenen Spende von 253.000 Euro steht EWE-Chef Matthias Brückmann vor dem Aus.

Brückmann hatte erst in der vergangenen Woche angekündigt, eine von ihm veranlasste Spende der EWE in Höhe von 253.000 Euro an eine Stiftung der als Boxer bekannt gewordenen Klitschko-Brüder privat zu übernehmen. dpa

EWE-Vorstandschef Matthias Brückmann

Brückmann hatte erst in der vergangenen Woche angekündigt, eine von ihm veranlasste Spende der EWE in Höhe von 253.000 Euro an eine Stiftung der als Boxer bekannt gewordenen Klitschko-Brüder privat zu übernehmen.

Anonyme Briefe flatterten Ende vergangenen Jahres in die Briefkästen von Mitgliedern des EWE-Aufsichtsrates. Der Inhalt war brisant und richtete sich gegen den Chef des Oldenburger Energieanbieters, Matthias Brückmann. Einer der Vorwürfe bezog sich auf eine Spende von 253 000 Euro, die der EWE-Vorstandsvorsitzende im vergangenen Jahr eigenmächtig an eine Stiftung des Ex-Boxweltmeisters Wladimir Klitschko nach Kiew überweisen ließ. Darüber ist Brückmann nun gestolpert.

Am Dienstag hat die Aufsichtsratsspitze die Abberufung des Vorstandschefs empfohlen. „Herr Brückmann wird sein Amt bis zur Sitzung des Aufsichtsrats der Gesellschaft vorerst ruhen lassen“, hieß es in einer Mitteilung des Energieversorgers. „Endgültig über Brückmanns Zukunft entscheiden wird, als zuständiges Gremium, der gesamte Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 22. Februar“, teilte ein EWE-Sprecher mit. In der Regel folgt ein Aufsichtsrat den Empfehlungen des Präsidiums.

Brückmann hatte als Gegenleistung für die Spende nach Medienberichten einen Besuch des Ex-Champions in Oldenburg erwartet. Die Klitschko Management Group betonte aber, an die Spende seien keinerlei Bedingungen geknüpft gewesen. Der EWE-Chef und Klitschko gelten als gute Bekannte.

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EWE-Chef Matthias Brückmann hatte eigenmächtig 253.000 Euro aus der Konzernkasse an die Klitschko-Stiftung überwiesen – und dafür eine Menge Kritik geerntet. Nun will er das Geld an den Energiekonzern zurückzahlen.

Der Aufsichtsrat war überrascht, als er von der Spende erfuhr - denn Zahlungen in dieser Höhe müssen vom Finanz- und Prüfungsausschuss genehmigt werden. Der Verstoß gegen interne Regeln ist umso brisanter, weil Brückmann bei seinem Antritt als Vorstandsvorsitzender im Jahr 2015 als Erneuerer angetreten war. Spenden dürften nicht nach dem Gutdünken von Einzelpersonen vergeben werden, hatte er im Frühjahr 2016 der „Nordwest-Zeitung“ gesagt. „Jeder Cent muss der Satzung entsprechen.“

Auch der EWE-Verhaltenskodex, der über die Homepage einsehbar ist, macht unmissverständlich klar: „Die Vergabe von Spenden und Sponsoring-Zuwendungen hat stets transparent zu erfolgen. Das heißt, dass der Empfänger und die Verwendung der Zuwendung bekannt, geprüft und dokumentiert sind“, heißt es dort. Warum der Vorstandsvorsitzende sich über diese Regeln hinwegsetzte, ist unklar.

Brückmann sieht die Spende inzwischen selbst als Fehler. Am Freitag teilte er mit, die 253 000 Euro privat zu übernehmen. „Ich will nicht, dass das Unternehmen unter der Diskussion oder meinem persönlichen Fehler leiden muss.“

Der Aufsichtsratsspitze war das nicht genug. „Unser Ziel und Auftrag ist es, in dieser Situation weiteren Schaden vom Unternehmen abzuwenden sowie Ruhe und Stabilität wiederherzustellen“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan-Andreas Kaulvers die Forderung nach einem Aus für den EWE-Chef.

Kommentare (2)

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Herr Bernhard Ramseyer

07.02.2017, 18:02 Uhr

... und hielt sich nicht an die Regeln es Unternehmens.
Solche Spitzenkräfte werden händeringend gesucht.

Herr Ulrich Groeschel

08.02.2017, 08:36 Uhr

Matthias Brückmann sollte prüfen ob Klitschko gegen einen Vertrag verstoßen hat. Wenn er das beweisen kann könnte er Klitschko vor einem deutschen Gericht verklagen oder evtl. eine Betrugsanzeige machen. Dann droht Klitschko ein Haftbefehl.

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