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15.09.2013

14:30 Uhr

Medienbericht

RWE will Offshore-Schiffe verkaufen

Im Kampf gegen die hohen Schulden will RWE offenbar die Investitionen in Windkraftanlagen deutlich reduzieren. Auch Spezialschiffe für den Bau von Offshore-Anlagen stehen einem Medienbericht zufolge zum Verkauf.

Windpark in der Nordsee (Archivbild): RWE will einem Magazinbericht zufolge seine Investitionen in Offshore-Anlagen erheblich zurückfahren. dpa

Windpark in der Nordsee (Archivbild): RWE will einem Magazinbericht zufolge seine Investitionen in Offshore-Anlagen erheblich zurückfahren.

EssenDer nach der Atomwende unter Druck stehende Energiekonzern RWE will einem Magazinbericht zufolge millionenschwere Spezialschiffe zum Bau von Offshore-Windparks verkaufen. Vorstandschef Peter Terium wolle die Investitionen in die Anlagen in Nord- und Ostsee-Windparks erheblich zurückfahren und neue nur noch mit Partnern bauen, berichtet das Magazin „Der Spiegel“. Diese Schiffe hatte Teriums Vorgänger Jürgen Großmann erst vor wenigen Jahren für den Aufbau des Windparks bauen lassen.

Ein RWE-Sprecher wollte sich zu einem möglichen Verkauf der Schiffe am Sonntag nicht äußern. Er betonte jedoch, dass RWE weiterhin viel Geld in die Ökostromsparte Innogy stecke. „Wir wollen 2013 eine Milliarde Euro bei Innogy investieren. Danach wird es weniger Geld sein, wie bei allen anderen Konzernsparten auch.“

Dem Essener Energieriesen machen wie der Konkurrenz die gefallenen Großhandelspreise für Strom zu schaffen. Diese sind unter anderem wegen des massiven Ausbaus des Ökostroms aus Wind und Sonne und der schwachen Nachfrage in krisengeplagten Staaten Südeuropas gesunken. Die Privatkunden profitieren davon kaum, besteht ihr Preis doch zur Hälfte aus den gestiegenen Steuern und Abgaben. Terium stemmt sich gegen die Einbußen mit dem Verkauf von Beteiligungen, der Kürzung von Investitionen, den Abbau Tausender Stellen und der Schließung unrentabler Kraftwerke.

Welche Kraftwerke RWE abschalten will

Amer 8

Der Energieversorger RWE will in den nächsten Jahren zahlreiche Kraftwerke aus dem Markt nehmen. Darunter ist auch das Steinkohlekraftwerk Amer 8 in den Niederlanden. Die Anlage mit einer Erzeugungskapazität von 610 Megawatt soll Anfang 2016 stillgelegt werden.

Moerdijk 2

Die meisten der Anlagen, die RWE aus dem Markt nehmen will, sind Gaskraftwerke, wie etwa Moerdijk 2 in den Niederlanden. Die Anlage hat eine Erzeugungskapazität von 430 Megawatt und soll bereits Ende dieses Jahres langfristig konserviert werden.

Gersteinwerk F und Gersteinwerk G

Auch die Anlagen Gersteinwerk F und Gersteinwerk G sollen eingemottet werden. Gersteinwerk F noch in diesem Jahr und Gersteinwerk G Mitte 2014. Die Gaskraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 355 Megawatt und stehen in Deutschland.

Weisweiler H und Weisweiler G

Weisweiler H und Weisweiler G arbeiten ebenfalls mit Gas. Die deutschen Kraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 270 Megawatt und sollen bis Oktober 2013 langfristig konserviert werden.

Emsland B und Emsland C

Die deutschen Gaskraftwerke Emsland B und Emsland C haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 360 Megawatt und sollen bis Mitte 2014 zumindest in den Sommermonaten abgeschaltet werden.

Das Sparprogramm dürfte noch ausgeweitet werden. Reuters hatte jüngst von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person erfahren, dass die bislang geplanten Kostensenkungen von jährlich einer Milliarde Euro nicht ausreichen. Mindestens 500 Millionen Euro sollten zusätzlich in der Kraftwerkssparte durch das Programm „RWE Neo“ erzielt werden. Auch das sei nicht das Ende der Fahnenstange. Das Gesamtvolumen könne später auf zwei Milliarden Euro klettern.

Laut „Spiegel“ ist die Verschuldung des Konzerns auf ein bedenkliches Ausmaß geklettert. Das für Banken und Kreditgeber wichtige Verhältnis der Nettoschulden zum Eigenkapital sei auf mehr als 250 Prozent gestiegen, schreibt das Magazin.

Angesichts drohender Gewinneinbrüche und Dividendenkürzungen fordern kommunale Anteilseigner von Terium eine klare Zukunftsstrategie für den zweitgrößten deutschen Versorger. Am 19. und 20. September trifft sich der Aufsichtsrat in Warschau. Dabei dürfte auch über die Strategie beraten werden.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Rechner

15.09.2013, 17:17 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

sailing

16.09.2013, 13:51 Uhr

Konzerne wie RWE, EON, ENBW besitzen eine DNA die mit Unternehmertum und Wettbewerb nichts zu tun hat. Daher resultieren nun die Schwierigkeiten. Strategische Entscheidungen in einem Marktumfeld geprägt durch Wettbewerb und Unsicherheit sind aufgrund fehlender "Köpfe" schwach ausgeprägt

Merkur

16.09.2013, 13:53 Uhr

Mir ist in dem obigen - gelöschten - Kommentar der Text "Kommentare sind keine Werbeflächen" aufgefallen. Wenn die Redaktion dieses Prinzip auch für die Parteiwerbung durchsetzen würde, wären über die Hälfte der Kommentare gelöscht. Ich findes es unmöglich, dass jeder Hinz und Kunz hier seine politische Meinung - auch zu radikalten Parteien - veröffentlichen kann und ich mir diessen Quark auf der Suche nach "echten Kommentaren" auch noch durchlesen muss.
Hier sollte mal richtig durchgegriffen werden.

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