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21.12.2012

09:36 Uhr

Medienbericht

Vattenfall fordert 3,5 Milliarden von Deutschland

Für Deutschland wird es teuer: Einem Zeitungsbericht zufolge fordert der schwedische Energieversorger Vattenfall 3,5 Milliarden Euro Schadenersatz für die Folgen des deutschen Atomausstiegs.

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel des Betreibers Vattenfall. dapd

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel des Betreibers Vattenfall.

StockholmDer schwedische Energiekonzern Vattenfall verlangt laut einem Zeitungsbericht 3,5 Milliarden Euro Schadenersatz für den deutschen Atomausstieg. Wie die Wirtschafts-Tageszeitung „Dagens Industri“ (Freitag) berichtet, steht Schwedens Regierung als Konzerneigner hinter der Forderung. Vattenfall betreibt die seit längerem stillstehenden Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein.

Das Unternehmen will sich zur Höhe seiner vor einem US-Schiedsgericht eingebrachten Forderung bisher öffentlich nicht äußern.

Im Zuge der Energiewende wurden die Energieversorger gezwungen, einige Atommeiler in Deutschland abzuschalten. Dafür fordern die großen Versorger RWE, Eon und Vattenfall Entschädigung. Dass sie klagen, war schon länger bekannt, über die konkrete Summe hatte sich Vattenfall jedoch noch nicht geäußert. Eon hatte seine Kosten durch die Abschaltung bereits mit acht Milliarden beziffert, RWE laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa auf zwei Milliarden.

Kommentare (24)

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vandale

21.12.2012, 10:05 Uhr

Wenn man einen Eigentümer willkürlich enteignet ist es in einem Rechtsstaat üblich diesen zu entschädigen.

Frau Merkel hat offensichtlich soviel Sinn für Rechtsstaatlichkeit wie ihre Vorbilder Ulbricht und Honecker und hat demzufolge beim Atomausstieg keinen Wert auf Rechtsstaatlichkeit gelegt.

Wenn eine Gesellschaft einer Religion huldigt derzufolge den modernen, umweltfreundlichen Kernkraftwerken dämonische Atomstrahlen entweichen die Mensch und Tier "verstrahlen und verseuchen", dann kann dies zu Konflikten mit der Weltlichkeit führen. Eigentumsrechte sind dann nicht mehr proritär, zumal im Geburtsland von Marx der Marxismus wieder sehr populär ist.

Die in Deutschland angesiedelten Versorger müssen sich an Deutsche Gerichte wenden. Problematisch ist das Deutsche Richter Deutsche Medien mit den dort üblichen Phantasieartikeln Deutscher Journalisten inhalieren und möglicherweise auch an dämonische Atmstrahlen glauben. Auch wichtige Positionen der Deutschen Atomaufsicht (Bundesbehörden und Länderbehörden) sind mittlerweile teils mit berufsfremden Oekoaktivisten besetzt. Somit ist es spannend ob das Bundesverfassungsgericht einen Rest an Rechtsstaatlichkeit bewahrt.

Vattenfall ist ein Schwedischer Staatskonzern und hat demzufolge die Möglichkeit vor einem internationalen Schiedsgericht zu klagen. Dort bemüht man eher internationale Wissenschaftler und Organisationen.

Ich nehme an dass die Entschädigungen für die 3 (4)* betroffenen Vesorger einen 2-stelligen Milliardenbetrag ausmachen. Ich nehme weiter an, dass man nach der Bundestagswahl eben eingesteht, dass man da noch eine kleine Ausgabe hat.

Vandale

*ENBW gehört dem Grünen Bundesland Baden Württemberg und einigen Gemeinden BaWü. Man meint seinen Teil der Kosten dieser Religion selber tragen zu können.

Account gelöscht!

21.12.2012, 10:14 Uhr

Kein Problem, Angie & Co. werden sicherlich auf die glorreiche Idee kommen, eine Vattenfallentschädigungssteuer auf den Strompreis zu erheben, um die Kohle einzutreiben. Wir Konsumenten zahlen doch gerne für die Verfehlungen und Ahnungslosigkeit unserer Regierung.

investival

21.12.2012, 10:21 Uhr

So was nennt man wohl dreist ... Nun ja, gibt dafür seit nunmehr 3 Jahren ja EU-staatliche Vorbilder ... - und 'Rettung' ist in Dtld. ja in, :-D

Die Kernenergieindustrie hat ihre - subventionierten - Akw sehr weitgehend abgeschrieben; im übrigen ohne an heutigen geschweige denn künftigen Folgekosten aus dieser Technologie auch nur annähernd beteiligt zu sein. Ergo geht es in der Hauptsache um nun entgehende Gewinne aus der Kernernergie, die ohnehin anteilig den Subventionsgebern, also den Steuerzahlern, zustünden. So what ...

Dass eine jahrzehntelang subventionsverwöhnte Branche nicht in der Lage ist, wirtschaftliche und auch politische Risiken zu tragen - faktisch im wesentlichen, weil sie vorher auf Geheiß vor allem ihrer Finanzinvestoren eine bereits fragwürdige Expansion auch noch kreditfinanziert voran trieb - sollte deren Problem sein und bleiben.

Und dass ein US-Gericht für EU-Interna zuständig sein soll und Dtld. zur Rechenschaft ziehen könnte ... naja.
- Sowas sollte mal umgekehrt der Fall sein, :-D

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