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27.02.2013

16:32 Uhr

Medienberichte

RWE-Vorstand wechselt die Seiten

VonDana Heide

Stühlerücken bei Deutschlands größten Energieversorgern: Bei Eon gehen Personalchefin Stachelhaus und Technikvorstand Maubach. Besonders pikant: Ein Nachfolger kommt aus dem Vorstand des größten Konkurrenten.

Zentrale des Energiekonzerns RWE: Der Konzern steht im Umbruch. dpa

Zentrale des Energiekonzerns RWE: Der Konzern steht im Umbruch.

DüsseldorfEinem Bericht der „Rheinischen Post“ zufolge steht beim Essener Energiekonzern RWE ein hochkarätiger Wechsel an: Der zuletzt im Vorstand für die kommerzielle Steuerung zuständige Leonhard Birnbaum wechselt zum Versorger Eon, dem schärfsten Konkurrenten von RWE. Dort solle er den Bereich von Klaus-Dieter Maubach (50) übernehmen, der bislang bei Eon für den Technologie-Bereich zuständig war und das Amt abgeben werde, heißt es. Am Mittwoch werde der RWE-Aufsichtsrat zusammenkommen und die Personalie beschließen. Eon wollten sich bislang zu dem Wechsel äußern.

RWE bestätigte in einem Pressestatement, dass Birnbaum trotz des Angebots einer Vertragsverlängerung das Unternehmen verlässt. Somit geht er zum Vertragsende im September. Seine Stelle soll nicht neu besetzt werden. Der Vorstand wird im Zuge des Ausscheidens von Birnbaum auf vier Mandate verringert und Birnbaums Aufgaben unter den verbleibenden Vorstandsmitgliedern aufgeteilt.

Birnbaum ist seit 2008 bei RWE. Seitdem kümmerte er sich auf verschiedenen Posten vor allem um strategische Themen. Diese Fokussierung ist ihm anscheinend im Sommer vergangenen Jahres beim Rennen um die Nachfolge des ehemaligen RWE-Vorstandchefs Jürgen Großmann zum Verhängnis geworden. Der Aufsichtsrat kritisierte damals, dass Birnbaum zu wenig operative Erfahrung habe. Schließlich machte der Niederländer Peter Terium das Rennen. Dem Bericht der „Rheinischen Post“ zufolge habe sich Birnbaum seit dieser Niederlage mit Abwanderungsgedanken getragen.

Regine Stachelhaus: Als Eon-Personalvorständin eckte sie an. ap

Regine Stachelhaus: Als Eon-Personalvorständin eckte sie an.

Und noch ein weiterer Wechsel steht bei Eon an: Auch die Personalchefin Regine Stachelhaus steht aus privaten Gründen vor dem Abschied. Sie wird Mitte des Jahres das Unternehmen verlassen. „Ich habe den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Eon SE bereits vor einigen Wochen gebeten, meinen Vertrag als Vorstand vor Ablauf der Bestellung aufzulösen“, sagte Stachelhaus in einem Pressestatement. „Grund dafür ist eine schwere Erkrankung im engsten Familienkreis. Ich möchte mir in dieser besonderen Situation mehr Zeit für meine Familie nehmen. Dies kann ich mit meiner Tätigkeit im Eon-Vorstand dauerhaft nicht vereinbaren.“

Die frühere Managerin des Computerkonzerns Hewlett-Packard und Geschäftsführerin von Unicef Deutschland war mit großen Erwartungen engagiert worden. Unter Arbeitnehmervertretern war sie jedoch nach kurzer Zeit im Amt umstritten. Vertreter der Gewerkschaften und des Betriebsrats warfen ihr im Zuge des Jobabbaus von Konzernchef Johannes Teyssen mangelnde Kommunikation vor. Die Arbeitnehmervertreter waren von Teyssens Ankündigung, weltweit bis zu 11.000 Stellen abzubauen, völlig überrascht worden. Monatelang gingen sie auf die Barrikaden, ehe sie sich mit dem Management auf eine sozialverträgliche Lösung einigten.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Bei der Aufsichtsratssitzung von RWE wurde neben der Personalie Birnbaum zudem beschlossen, für das vergangene Geschäftsjahr eine unveränderte Dividende zu zahlen. Die Aktionäre sollten wie im Vorjahr zwei Euro je Aktie erhalten, teilte der Energiekonzern am Mittwoch mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einer Ausschüttung von 2,06 Euro gerechnet

Mit Material von Reuters und dpa.

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