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13.11.2015

17:45 Uhr

Meerwind Süd/Ost

Blackstone will offenbar Windpark verkaufen

US-Finanzinvestor Blackstone will laut Insidern „Meerwind Süd/Ost“ verkaufen – einen der größten Windparks vor der deutschen der Nordsee-Küste. Der komplett privat finanzierte Windpark war 2014 ans Netz gegangen.

Der Finanzinvestor Blackstone will den Hochsee-Windpark laut Insidern verkaufen. obs

Meerwind Süd/Ost

Der Finanzinvestor Blackstone will den Hochsee-Windpark laut Insidern verkaufen.

FrankfurtEiner der größten Windparks vor der deutschen Nordsee-Küste steht Insidern zufolge zum Verkauf. Der US-Finanzinvestor Blackstone habe eine Investmentbank beauftragt, einen Käufer für den Windpark „Meerwind Süd/Ost“ 23 Kilometer nördlich der Insel Helgoland zu finden, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der 2014 ans Netz gegangene Meerwind hat 1,3 Milliarden Euro gekostet und war der erste deutsche Windpark auf hoher See, der komplett mit privatem Kapital finanziert worden war. Gemessen an den Erlösen für die jüngsten Windpark-Projekte könnte Meerwind mehr als 1,4 Milliarden Euro einbringen.

Der aus 80 Turbinen bestehende Nordsee-Windpark mit einer installierten Leistung von 288 Megawatt kann bis zu 360.000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Elektrizität wird bis 2027 ins Netz der niederländischen TenneT eingespeist. Blackstone gehören 80 Prozent der Bremerhavener WindMW GmbH, die Meerwind besitzt, 20 Prozent liegen bei der Berliner Windland Energieerzeugungs GmbH. WindMW ist gerade dabei, seine Schulden zu refinanzieren. Geplant sind zwei Anleihen über insgesamt eine Milliarde Euro, die bis 2021 und 2027 laufen und wegen der garantierten Einspeisevergütung von der Ratingagentur S&P mit einer Bewertung von „BBB-“ als sichere Anlage eingestuft werden.

Offshore: Projekte in Megadimensionen

Gewicht

Das Gesamtgewicht einer Anlage kann laut der Stiftung Offshore Windenergie schnell 1000 Tonnen übersteigen. Dabei stehen die Anlagen auf bis zu 900 Tonnen schweren Fundamenten. Allein die Gondel (Maschinenhaus) könne zwischen 300 und 400 Tonnen wiegen.

Gigantische Maße

Allein die im Testfeld Alpha Ventus installierten 5-Megawatt-Anlagen haben einen Rotordurchmesser von bis zu 125 Metern und eine Gesamthöhe von mehr als 170 Metern über dem Meeresgrund. Neuere Anlagen der Leistungsklasse von 6 Megawatt erreichen laut Stiftung Offshore Windenergie Rotordurchmesser um die 150 Meter.

Kosten

Der Bau eines Windparks auf hoher See ist um einiges komplexer als der einer Anlage auf dem Land. Doch binnen sechs Jahren konnte die Branche ihre Kosten halbieren. Beim neuen Offshore-Windpark „Borssele“ in den Niederlanden liegen die Gesamtkosten pro Megawattstunde bei 87 Euro.

Für Meerwind interessieren könnten sich Infrastruktur-Investoren wie Borealis oder Global Infrastructure Partners (GIP), der Eigentümer des Nordsee-Windparks „Gode Wind 1“. Auch Versicherer wie Allianz und Münchener Rück haben auf der Suche nach langfristigen Investitionschancen ihre Vorbehalte gegen Windparks auf hoher See zuletzt abgelegt. Der drittgrößte deutsche Stromversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) will sein Engagement in Windparks ebenfalls ausbauen, wie er am Freitag mitteilte.

WindMW war für eine Stellungnahme am Freitag zunächst nicht erreichbar, Blackstone und Windland wollten sich zu den Plänen nicht äußern.

Von

rtr

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